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EMKNI - 16.06.2006   Zurück zur Übersicht

Schweiz/Frankreich: Connexio-Begegnungstag in Winterthur

Die Kirche muss sich auch um gesellschaftliche Nöte kümmern, das ist vielen Christen klar. Doch wie anpacken? Eine Tagung der Evangelisch-methodistischen Kirche der Schweiz vom Mittwoch, 14. Juni, in Winterthur zeigte Wege des Engagements auf. Stadträtin Maja Ingold legte dar, wie sich kirchliches und staatliches Handeln ergänzen können.

Im Jahr 2005 meldeten sich rund 600 junge Erwachsene bei der Zentralen Anlaufstelle für Sozialhilfe der Stadt Winterthur, junge Erwachsene ohne Ausbildungsplatz, ohne Stelle, ohne Perspektive. „Sie gehören zu denjenigen, die besondere Aufmerksamkeit und Unterstützung brauchen im Departement Soziales,“ erklärte Stadträtin Maja Ingold in ihrem Referat zur sozialen Lage Winterthurs. Sie betonte, Jugendarbeitslosigkeit sei nicht nur ein wirtschaftliches, sondern ein gesellschaftliches Problem. Es brauche koordinierte Anstrengungen, um auch Leistungsschwächere zu integrieren, damit sie auf eigenen Füssen stehen können.

„Der Auftrag, Menschen in Not zu helfen, geht an uns alle, ob wir uns als Freiwillige in einer Kirchgemeinde engagieren oder ob wir beim Staat Verantwortung tragen für soziale Sicherheit“, führte Maja Ingold weiter aus. „Wir bauen gemeinsam daran, dass das friedliche und solidarische Zusammenleben in unserer Gesellschaft gelingt.“ Der Vorteil der Kirchen sei, dass sie dort Schwerpunkte setzen könnten, wo sie es als nötig erachten. Die öffentliche Hand verfüge zwar über grosse finanzielle Mittel, sei aber immer an gesetzliche Grundlagen gebunden.

Laut einer kürzlich durchgeführten Umfrage engagiert sich jede der 70 Gemeinden der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in der Schweiz mit einem oder mehreren so genannt diakonischen Projekten. Als „Diakonie“ bezeichnet die Kirche den Dienst am Nächsten aus christlicher Motivation.

Doch Achtung: Es genügt nicht, es gut zu meinen; man muss es auch gut machen! Das betonte Pfarrer Hans Lanz in seinem Einführungsreferat, in das er immer wieder praktische Beispiele einfliessen liess, unter anderem aus seiner Zeit in der Gassenküche Basel. Es gehe auch nicht, soziales Engagement als Vorwand dafür zu benutzen, Leute in die Kirche zu bringen. Echtes diakonisches Handeln sei immer selbstlos und verfolge keinen andern Zweck, als dem Menschen in seiner Not zu helfen.

Workshops boten den rund 100 Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmern Gelegenheit, Tipps und Ideen zu sammeln und Erfahrungen auszutauschen, zum Beispiel zur Begleitung Freiwilliger oder zur Frage, wie man als Gemeinde ein diakonisches Projekt identifiziert oder ein Hearing mit lokalen Behörden organisiert.

Die EMK führt diese Woche in Winterthur ihre jährliche Konferenz (Synode) durch. Der durch Connexio, das Netzwerk für Mission und Diakonie der EMK, organisierte Begegnungstag fand im Vorfeld der Konferenz statt.

Nähere Informationen über Connexio und Kontaktadressen siehe unter http://www.connexio.ch.


Quelle: Andreas Stämpfli

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