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EMKNI - 21.06.2006   Zurück zur Übersicht

Bulgarien: Einweihung der Kirche in Botevgrad

Der vergangene Sonntag, 18. Juni 2006, war für die Evangelisch-methodistische Kirche (EMK) in Bulgarien ein besonderer Tag: In Botevgrad konnte im Rahmen eines fröhlichen Festes eine neue Kirche eingeweiht werden. Die methodistische Arbeit in dieser rund 70 km östlich von Sofia gelegenen und 60.000 Einwohner umfassenden Stadt war vor mehr als 135 Jahren begonnen worden. Allerdings musste auch sie - wie die Arbeit in fast allen anderen bulgarischen Gemeinden - während der Zeit kommunistischer Herrschaft mehrere Jahrzehnte lang eingestellt werden. Im Jahr 1968 wurde gar das Kirchengebäude vom Staat beschlagnahmt und zerstört. Eine blühende Gemeinde, die eine ganze Reihe methodistischer Pastoren hervorgebracht hatte, hörte zu existieren auf.

Damit war allerdings noch nicht das letzte Wort gesprochen. Unter der Leitung der sehr engagierten Georgi und Rosa Lasarov wurde die Gemeindearbeit im Jahr 2001 wieder aufgenommen, und bald bildete sich eine kleine Gruppe, die sich in gemieteten Räumen traf. Nach einiger Zeit des Wachstums begannen Überlegungen, ein eigenes Gebäude zu bauen. Nicht nur für die eigenen Bedürfnisse, sondern auch mit Räumen für die Arbeit mit behinderten Menschen.

Eine methodistische Gemeinde in den USA beschleunigte den Prozess zum Bau einer eigenen Kirche, indem sie für rund 75% der Baukosten in Höhe von USD 60.000 aufkam. Angesichts der fehlenden USD 15.000 drohte zu Beginn dieses Jahres allerdings ein Baustopp. Mit solchen Baustopps machte die EMK in Bulgarien in der Vergangenheit aber bittere Erfahrungen, liessen sie doch die Kosten jeweils markant ansteigen. Deshalb beschloss die Kirche, den Weiterbau selber zu finanzieren. Dank Sparsamkeit, einer umsichtigen Planung und Eigenleistung konnten die Bauarbeiten am Gebäude kurz vor der Einweihung zu einem grossen Teil abgeschlossen werden. Nun stehen noch Arbeiten im Bereich Küche und Heizung sowie Umgebungsarbeiten an.

Bei der Einweihung der Kirche waren nicht nur Vertreter der amerikanischen Partnergemeinde, sondern auch der Bürgermeister und weitere Verantwortungsträger der Stadt anwesend. Letzteres ist ein Ausdruck der guten Öffentlichkeitsarbeit, welche die Gemeinde leistet, und zeugt von verlässlichen Beziehungen, welche insbesondere Georgi und Rosa Lasarov zu Menschen ausserhalb der EMK pflegen.

Die noch junge Gemeinde in Botevgrad braucht Begleitung und Unterstützung beim Entwickeln ihrer methodistischen Identität. Und es ist wichtig, dass sie immer wieder neu erkennt, dass ein neues Kirchengebäude kein Statussymbol ist, sondern ein Werkzeug. Möge es dazu beitragen, dass in einem Land, in dem vieles im Umbruch ist und in dem viele Lebensfundamente bedrohliche Risse aufweisen, Menschen Hoffnung und Halt finden.


Quelle: Urs Schweizer, Assistent des Bischofs Dr. Patrick Streiff

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