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EMKNI - 28.06.2006   Zurück zur Übersicht

Bosnien und Herzegowina: Das Ende einer Ära

UMCOR unterstütze unter anderem den Wiederaufbau von 20 000 HäusernUnited Methodist Committee on Relief (UMCOR), das Hilfswerk der weltweiten United Methodist Church (UMC), zieht sich nach 13 Jahren aus Bosnien und Herzegowina zurück. Nachdem EMKNI bereits am 1. Mai 2006 kurz darüber berichtet hatte, folgt hier noch eine etwas ausführlichere Würdigung der Tätigkeit des Hilfswerkes.

Mitten im Krieg war UMCOR schon präsent, um den Menschen in der humanitären Krise beizustehen. Es ging um Wiederaufbau der Infrastruktur (z.B. Wasserversorgung), um die Wiederherstellung von Schulen und die Rekonstruktion der Häuser. Über 20 000 Häuser wurden in Zusammenarbeit mit den Rückkehrwilligen wieder aufgebaut.

In jener schwierigen Zeit hatte Bischof Heinrich Bolleter die Städte Zenica, Gornji Vakuf-Uskopolje, Travnik und Mostar besucht - sowie auch Sarajevo, das damals unter der Belagerung der Kriegsparteien litt. Der Bischof folgte einer Einladung des Bürgermeisters von Zenica, welcher den kirchlichen Hintergrund von UMCOR kennen lernen wollte. Damals wurde auch eine pastorale Stelle geschaffen für die Begleitung des UMCOR-Personals und für die Zusammenführung gemischt-ethnischer Familien.

UMCOR hatte sich in Bosnien und Herzegowina zu einer der grössten Nicht-Regierungsorganisationen (NGO) entwickelt und auch die Umsetzung vieler Programme anderer humanitärer Organisationen, u. a. des HEKS (Hilfswerk der Evangelischen Kirchen in der Schweiz), betreut. Nach dem sogenannten Dayton-Abkommen, welches zur Beendigung der kriegerischen Auseinandersetzungen führte, war der zentrale Fokus des Einsatzes von UMCOR, die Rückkehr der Kriegsgeschädigten in ihre Dörfer zu ermöglichen. Ein besonderes Augenmerk galt den zurückkehrenden Minderheiten und den traumatisierten Kindern und Jugendlichen. Versöhnung war wichtig, um die Zivilgesellschaft wieder zum Funktionieren zu bringen. Mit Mikrokrediten wurde geholfen, die Landwirtschaft wieder aufzubauen, aber auch Arbeitsplätze in den kleineren Städten und Dörfern zu schaffen.

Die Hilfe, umgesetzt durch UMCOR, wurde durch staatliche Gelder (122,8 Millionen US $) und kirchliche Hilfsgelder (10,6 Millionen US $) möglich. Es waren Mittel, welche von den USA, den Niederlanden, Kanada und der Schweiz sowie über die UNO zur Verfügung gestellt wurden. Knapp ein Drittel der kirchlichen Gelder kam aus Spenden der weltweiten UMC. Paul Dirdak, der Generalsekretär von UMCOR, dankt allen Spendern, welche diesen grossen und nachhaltigen Einsatz über 13 Jahre möglich machten.

Alles, was nach dem Krieg und der humanitären Krise seit 1993 aufgebaut wurde, geht nun in die Verantwortung der Menschen vor Ort. Die in vielen Städten und Dörfern aufgebauten Jugendzentren werden jedoch weiterhin durch Volunteers-in-Mission-Teams der UMC in den USA unterstützt.



Quelle: Sekretariat des Bischofs Dr. Patrick Streiff (nach einem Skript von Bischof i.R. Heinrich Bolleter)

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