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EMKNI - 16.05.2006   Zurück zur Übersicht

USA/Welt: Pfarrer und Pfarrerinnen behalten das letzte Wort bei Mitgliederaufnahmen

Pfarrer Ed Johnson, der mit seinem Entscheid, einen Homosexuellen nicht in die EMK aufzunehmen, überraschend vom obersten Rechtsrat gedeckt wurde.Auf ein erneut beachtliches Interesse stieß die Wiedererwägungsverhandlung zu zwei Entscheiden des Judicial Council, des obersten Rechtsrats der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK). Siehe Meldungen vom 16.12.2005 - http://emknews.umc-europe.org/2005/dezember/16-01.php und vom 14.02.2006 - http://emknews.umc-europe.org/2006/februar/14-01.php.

Zwar lehnte das Judicial Council die nochmalige Prüfung seiner ersten Entscheide in dieser Sache ab. Aber den Abschlussgottesdienst öffnete es auch den Menschen, die an den Tagungsort angereist waren mit der Hoffnung auf ein für ihre Sache hilfreicheres Urteil.

Die Entscheide fielen an der Herbstsitzung 2005 des Judicial Councils. Es ging um den Fall von Pfarrer Ed Johnson aus dem US-Bundesstaat Virginia. Pfarrer Johnson hatte einem Mann die Aufnahme in die Mitgliedschaft der EMK verweigert, da dieser in einer homosexuellen Beziehung lebte. Daraufhin wurde er von der Jährlichen Konferenz der EMK in Virginia, unter der Leitung von Bischöfin Charlene P. Kammerer, beurlaubt. Das Verhalten von Ed Johnson sowie von Bischöfin Kammerer wurde dem Rechtsrat vorgelegt. Dieser entschied damals, dass erstens Bischöfin Kammerer ihre Amtsbefugnisse überschritten habe und zweitens Pfarrer Johnson richtig gehandelt habe und er somit wieder ins Amt eingesetzt werden müsse.

Zwischenzeitlich konnte Pfarrer Ed Johnson seine Stelle als Pfarrer der South Hill United Methodist Church (UMC) in der Virginia Annual Conference wieder angetreten.

Nebst einer kurzen Erklärung des Judicial Councils, nicht mehr auf diese Sache einzutreten, haben verschiedene Mitglieder des Rechtsrats Minoritätsmeinungen gegen diese Entscheide oder gegen Teile davon formuliert.

Es bleibt dabei: Einer Pfarrerin oder einem Pfarrer der EMK wird das abschliessende Recht gegeben, zu entscheiden, ob jemand bekennendes Glied (Mitglied) der EMK werden könne oder nicht.

Ein Zeichen der Versöhnung war der Schlussgottesdienst zu dieser Verhandlung des Judicial Councils. Gehalten wurde er von Myron McCoy, Präsident der School of Theology in Kansas City und Bischof im Ruhestand Fritz Mutti. Dr. James Holsinger, Präsident des Judicial Councils, lud auch die ca. 50 protestierenden Gegner dieser Entscheide in den Gottesdienst ein. Unter den Demonstranten befanden sich Studenten der Illiff School of Theology sowie weitere Personen aus der näheren oder ferneren Umgebung. Bereits in den Verhandlungspausen fanden freie Gespräche zwischen Ratsmitgliedern und den Protestierenden statt. Dies ist bemerkenswert, da zurzeit in allen Fragen um Themen, welche die Homosexualität tangieren, in der EMK der Vereinigten Staaten die die Fronten verhärtet sind.


Quelle: United Methodist News Service

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