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EMKNI - 22.05.2006   Zurück zur Übersicht

Bulgarien/Welt: Die wachsende Kirche ausserhalb der Vereinigten Staaten könnte zu einer Gefahr für die US-amerikanischen Geschwister werden

Bischof Patrick Streiff bekommt von Bischöfin Sharon Brown Christopher den Bischofs-Pin angestecktDer "Connectional Table", eine Gesprächsplattform der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) zur zukünftigen Gestaltung der weltweiten Zusammenarbeit, traf sich vom 27. April bis 1. Mai erstmals ausserhalb der Vereinigten Staaten in Varna, Bulgarien. Dabei waren Bischöfe und Mitglieder des Connectional Table der Zentralkonferenzen (Zentralkonferenzen werden die Organisationseinheiten ausserhalb der Vereinigten Staaten genannt, die in der Regel von einem Bischof geleitet werden.) sowie Robert J. Jarman. ein früherer leitender Mitarbeiten des "General Board of Global Ministries.

Der sein Amt neu angetretene Bischof Patrick Streiff von der Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa (ZKMSE) sprach das Mitgliederwachstum in einigen Zentralkonferenzen an. Als er im Jahr 1996 erstmals an der Generalkonferenz (die höchste, gesetzgebende Instanz der EMK, tagt alle vier Jahre) teilnehmen konnte, erlebte er von Seiten der US-amerikanischen Kirche eine "Kultur der Offenheit und Gastfreundschaft gegenüber den Zentralkonferenzen... Aber ich will frank und frei zu ihnen sprechen", fuhr er fort: "Die Delegation der Zentralkonferenzen an die Generalkonferenz, welche von 20 auf 25 Prozent angewachsen ist, könnte zu einer Gefahr werden für die Kirche in den USA. Das ist nicht mehr nur eine kleine Minderheit. Das ist ein mächtiger Teil der Kirche geworden, mit eigenen Bedürfnissen, Interessen und Herausforderungen, welche sie in die Kirche einbringen will." Streiff befürchtet, der Standpunkt der Methodisten in den Vereinigten Staaten könnte sich so verändern, dass dort in Zukunft gefragt würde: "Warum wollen alle diese Leute von den Zentralkonferenzen uns beeinflussen in den Vereinigten Staaten?" Streiff erklärte: "Ihr, als amerikanische Kirche, braucht einen Ort, wo ihr die US-amerikanischen Angelegenheiten besprechen, diskutieren und entscheiden könnt. Ihr braucht diesen Platz dort, wo ihr unter euch seid, genau so, wie wir unsere Dinge auch unter uns in den Zentralkonferenzen besprechen können." Streiff unterstützt sowohl eine globale Generalkonferenz wie auch regionale Zusammenkünfte.

Bischof Solito K. Toquero von der Zentralkonferenz Manila, Philippinen, berichtete über die Freude der evangelisch-methodistischen Kirche auf den Philippinen, eine autonome Kirche werden zu können. "Wir sagen, dass wir autonom 'erwachsener' werden können", so Toquero, "und, vielleicht so Beziehungen und Zusammenarbeit nicht nun mit der Evangelischen-methodistischen Kirche möglich sind, sondern auch mit anderen Methodistenkirchen auf der ganzen Welt. Wir wollen reifer werden und mit der EMK in den USA nicht wie ein Kind, sondern wie jemand, der auf eigenen Beinen stehen kann, zusammenarbeiten."

Evangelisch-methodistische Kirchen in Afrika hätten nicht den Wunsch nach Autonomie, sagte Forbes Matonga, ein Mitglied des Connectional Table aus Zentralafrika. "Die wirkliche Schwierigkeit ist, dass die Struktur der Zentralkonferenzen nicht gut funktioniert und nicht wiedergibt, was wir eigentlich tun", sagte er. Bischöfe werden an den Tagungen der Zentralkonferenz gewählt. Aber "kritische Dinge werden dort nicht besprochen", teilweise wegen Sprachbarrieren. "Vielleicht könnte es hilfreich sein, einige Aufgaben der Zentralkonferenzen in den Jährlichen Konferenzen (meist nationale Einheiten der Zentralkonferenz) zu verschieben.

Bischof Hans Växby (Zentralkonferenz Eurasien) teilte der Versammlung mit, dass er "nicht ein grosser Verfechter von grossen Restrukturierungsmassnahmen" sei, sondern "an kleine Teilschritte glaube". Er ermutigte die oberste Behörde für Finanzen und Administration der EMK, auch weiterhin darauf zu drängen, statistische Angaben aus den Zentralkonferenzen in ihre Berichte einzuarbeiten.
Weiter widersprach er dem "Mythos, dass Zentralkonferenzen die Kirchenordnung adaptieren können wie sie gerade wollen. Das können wir nicht. Adaptionen sind sind eine eng begrenzte Sache."


Quelle: United Methodist News Service

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