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EMKNI - 29.05.2006   Zurück zur Übersicht

Deutschland: Resolution gegen einen möglichen Irankrieg

Das Plenum der Süddeutschen Jährlichen KonferenzDie Delegierten der Süddeutschen Jährlichen Konferenz haben sich eine Resolution zu Eigen gemacht, die ihre Betroffenheit über die sich zuspitzende Konfrontation mit dem Iran äußert. Mit dieser Resolution wendet sich die Konferenz unter anderem gegen jede weitere Eskalation von Drohung und Gegendrohung und gegen eine mögliche deutsche Unterstützung eines Krieges gegen den Iran. Die Resolution geht an die Regierung der Bundesrepublik Deutschland, an den Präsidenten George W. Bush und an den Bischofsrat der Evangelisch-methodistischen Kirche.

Im Folgenden findet man die Resolution in deutscher Sprache:

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Resolution

Die Süddeutsche Jährliche Konferenz (Synode) der Evangelisch-methodistischen Kirche hat auf ihrer Tagung vom 11. bis 14 Mai in Gerlingen bei Stuttgart beschlossen, folgende Resolution an die Regierung der Bundesrepublik Deutschland und an die Fraktionen der politischen Parteien zu schicken:

Kein Krieg gegen den Iran!
Für eine friedliche Lösung der Krise


Als Mitglieder der Evangelisch-methodistischen Kirche sehen wir uns mit unseren weltweiten Beziehungen in Verantwortung für die aktuelle politische Entwicklung. Wir nehmen mit großer Besorgnis wahr, wie sich die Lage im Streit zwischen den USA, der EU und dem Iran zuspitzt und eine militärische Lösung immer häufiger ins Gespräch gebracht wird. Bekannt gewordene Planungen für Militärschläge evtl. mit Nuklearwaffen lassen das Schlimmste befürchten. Auf der Grundlage der biblischen Botschaft und leidvoller Erfahrungen hat unsere Kirche in ihren sozialen Grundsätzen formuliert: "Wir glauben, dass Krieg mit der Lehre und dem Beispiel Christi unvereinbar ist. Wir verwerfen deshalb den Krieg als Instrument der Politik." Deshalb warnen wir eindringlich davor, die militärische Option als Druckmittel gegen den Iran einzusetzen. Wir tun dies auch und gerade, weil wir uns mit dem Volk Israel, das sich vom Iran bedroht weiß, in besonderer Weise verbunden wissen. Die verheerenden Folgen eines Militärschlags würden einen Flächenbrand in dieser Region auslösen und die Konfrontation zwischen der islamischen und westlichen Welt verstärken. Wir fordern Sie daher auf:

- jeglicher Eskalation von Drohung und Gegendrohung entgegenzuwirken;

- jede deutsche Unterstützung für einen Krieg gegen den Iran und erst recht eine deutsche Beteiligung daran ("Koalition der Willigen") unmissverständlich und grundsätzlich auszuschließen und sich dafür auch innerhalb der EU einzusetzen;

- aktiv für eine diplomatische Lösung einzutreten, welche die legitimen Sicherheitsinteressen aller Staaten achtet, insbesondere von Israel und Iran, und z. B. durch eine Nichtangriffserklärung garantiert. Als Instrument erscheint uns eine "Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit" für den Nahen und Mittleren Osten geeignet, die auch das Ziel verfolgt, dort eine atomwaffenfreie Zone unter Beteiligung Israels zu errichten;

- energisch das Ziel zu verfolgen, weltweit alle Atomwaffen zu vernichten, wie es in der Abschlusserklärung der Konferenz zum Atomwaffensperrvertrag im Jahr 2000 festgeschrieben wurde.

Wir sind davon überzeugt, dass es eine nicht-militärische Lösung der Krise geben muss, um das friedliche Zusammenleben der Völker in dieser Region nachhaltig zu stärken. Als weltweit verfasste Kirche sehen wir uns global in der Mitverantwortung für ein gedeihliches Zusammenleben der Völker. Dafür treten wir in unseren Gebeten, durch politisches Engagement und durch die Friedenserziehung im Rahmen unserer kirchlichen Arbeit ein.

Gerlingen, 12. Mai 2006


Quelle: Webseite der EMK Deutschland

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