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EMKNI - 31.05.2006   Zurück zur Übersicht

Tagung der Jährlichen Konferenz in Pilsen/Tschechische Republik

Pastorinnen und Pastoren der EMK in der Tschechischen und der Slowakischen RepublikVom 26.-28. Mai 2006 tagte die Jährliche Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in der Tschechischen und der Slowakischen Republik in Pilsen. Sie stand unter dem Thema «Kirche». In seinem Bericht stellte der Superintendent Josef Cervenak die doppelte Frage: «Was bedeutet die Kirche für dich?» und «Was bedeutest Du für die Kirche?». Die Tschechische Republik zählt zu den am meisten säkularisierten Staaten Europas. Weniger als die Hälfte der Menschen sind getauft und in irgendeiner der Kirchen als Glieder eingeschrieben. Die Zahl jener, die den christlichen Glauben praktizieren, ist klein. Die EMK versucht, Wort und Tat in ihrem Zeugnis miteinander zu verbinden sowohl in ihren sozial-diakonischen Projekten als auch in der missionarischen Gemeindearbeit. Menschen finden in die Nachfolge Jesu Christi und schliessen sich den Gemeinden an. Dank der staatlichen Grundgehälterzahlung, die ein Sonderfall aus kommunistischer Zeit darstellt, und ergänzt durch eigene Mittel kann die EMK in der Tschechischen und der Slowakischen Republik eine grosse Zahl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern finanzieren.

Neue Menschen konnten in die Dienstgemeinschaft der Pfarrerinnen und Pfarrer aufgenommen werden. Im Samstagmorgen-Gottesdienst wurden eine Frau und ein Mann auf Probe aufgenommen und erhielten die Beauftragung durch den Bischof. Im Sonntagsgottesdienst wurden die neuen Mitglieder in voller Verbindung, eine Frau und zwei Männer, zu Ältesten ordiniert. Besonders erfreulich war, dass unter den Ordinierten zwei Personen aus der Slowakischen Republik stammten, so dass sich dort die Zahl der ordinierten Ältesten von fünf auf sieben erhöht.

Eine Übersetzergruppe hatte schon letztes Jahr eine tschechische Ausgabe der neuen Kirchenordnung vorgelegt. Es gab damals aber noch viele Fragen zur neuen Ordnung. Änderungsanträge wurden eingereicht und im Laufe des Jahres von einer Arbeitsgruppe bearbeitet. An der diesjährigen Konferenz kam es nochmals zu einer Diskussion über getaufte und bekennende Mitgliedschaft. Mehrere Änderungsanträge wurden eingereicht. In den Abstimmungen entschied sich die Konferenz mit deutlichem Mehr für die Beibehaltung der wörtlichen Übersetzung von «getauften Gliedern» und «bekennenden Gliedern». Die Kirchenordnung in der Tschechischen und der Slowakischen Republik entspricht der Fassung der Zentralkonferenz 2005. Sie enthält ferner die notwendigen Ergänzungen für die juristischen Organe der Kirche in den beiden Republiken.

Die Kirche ist weiterhin aktiv in Bildungsfragen. Dr. Vilem Schneeberger übersetzt im «aktiven Ruhestand» methodistische Literatur, die damit zum ersten Mal einem tschechischen Leserkreis zugänglich wird. Zurzeit arbeitet er intensiv an der ersten Übersetzung von Wesleys «Anmerkungen zum Neuen Testament». Er erzählte, dass er vieles im Neuen Testament durch diese intensive Arbeit am biblischen Text und dessen Auslegung ganz neu entdecke und verstehe. Die EMK bemüht sich auch um neue Formen der Weiterbildung ihrer Pfarrerinnen und Pfarrer. Im Rahmen ihres «Instituts für Ausbildung» eröffnet sie eine Internetseite mit Weiterbildungsmöglichkeiten. Alle Pfarrerinnen und Pfarrer sind angehalten, daraus Angebote auszuwählen, die pro Jahr rund 100 Stunden an individueller Weiterbildung ergeben. Aufgrund der angespannten Finanzlage war es in den letzten Jahren nicht möglich, sich jährlich als Konferenz zu Pfarrerversammlungen zu treffen, obwohl ein grosser Wunsch danach vorhanden wäre.

Vor Beginn der Konferenz besuchte Bischof Patrick Streiff das Sozialwerk der EMK in Pilsen, eine Drogenpräventions und -rehabilitationsarbeit. Im Rahmen der zwischenkirchlichen Beziehungen machte er einen Besuch beim römisch-katholischen Bischof von Pilsen, Frantisek Radkovsky, der sich seit Jahren für gute ökumenische Beziehungen einsetzt.


Quelle: Bischof Dr. Patrick Streiff

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