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EMKNI - 27.11.2006   Zurück zur Übersicht

Frankreich: Russisch-Orthodoxe Kirche grenzt sich ab vom Protestantismus

Der Russisch-Orthodoxe Patriarch Alexej II. hat in einem Interview mit dem Magazin Paris Match die protestantischen Kirchen wegen ihrer «Permissivität» (Nachgiebigkeit) gerügt. Die Vision des modernen Protestantismus sei die Folge eines Besorgnis erregenden permissiven Geistes, der die westliche Gesellschaft präge mit einer Lauheit und Freizügigkeit, die alles durchdringe. Die Orthodoxen – so der Patriarch – verurteilten geläufige protestantische Gewohnheiten wie die Ordination von Frauen und Homosexuellen oder die Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren. Er hoffe, mit der Römisch-Katholischen Kirche zusammen die traditionellen christlichen Werte zu verteidigen und zu bekräftigen.

Konkrete Änderungen im Verhältnis zwischen der Russisch-Orthodoxen und der Römisch-Katholischen Kirche verneinte er; zuvor müssten ernste Probleme gelöst werden. Patriarch Alexej II. erwähnte den Proselytismus der katholischen Kirche in Russland, der Ukraine, Weissrussland und Kasachstan. Zum Beispiel hätten katholische Missionare ein Waisenhaus eröffnet um orthodox getaufte Kinder katholisch zu erziehen. Die Griechisch-Katholische Kirche in der Ukraine sei besonders aggressiv und diskriminiere orthodoxe Christen.

Unterdessen seien 80 Prozent der Russen getaufte Christen, erklärte Alexej II., es gäbe 27 000 Kirchen. Er schliesse ein Treffen mit dem Papst, womöglich in einem Drittland, nicht aus. Im Mai hatte in Wien eine russisch-orthodoxe Delegation mit einer römisch-katholischen darüber gesprochen, «Europa eine Seele geben»; im Juni tagte in Belgrad eine gemeinsame theologische Kommission.


Quelle: Reformierte Nachrichten (rna)

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