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EMKNI - 11.09.2006   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Ausschuss Kirche+Gesellschaft gegen Ausländer- und Asylgesetz

In der aktuellen Nummer von Kirche+Welt äußert sich der Ausschuss Kirche+Gesellschaft der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) zur Abstimmung vom 24. September über das Ausländer- und Asylgesetz.
Der Ausschuss arbeitet im Auftrag der EMK Schweiz-Frankreich, ohne dass er zugleich auch offiziell in deren Namen spricht.

Im Artikel schreibt der Ausschuss Kirche+Gesellschaft:

"Seit vielen Jahren setzt sich der Ausschuss Kirche+Gesellschaft gegen die Verschärfung im Asyl- und Ausländergesetz ein. Das vorliegende Asylgesetz geht nun sogar weiter als die SVP-Volksinitiative 'Gegen Asylmissbrauch', die vor vier Jahren mit 50,1% der Stimmen abgelehnt wurde. Das Ausländergesetz lässt nicht einmal mehr die private Hilfe aus achtenswerten Gründen an sich illegal in der Schweiz aufhaltenden Ausländern ungestraft. Abschreckung und Fremdenfeindlichkeit haben neue Kategorien erreicht.

Als Christen wissen wir uns zuerst dem Gott der Bibel verpflichtet. Durch sein Wort wollen wir uns leiten lassen.

Zentral scheint dabei der Gedanke der Gastfreundschaft. Was Abraham eine heilige Pflicht war, wird für Christus zum Zeichen echter Jesuszugehörigkeit: 'Nehmt Gottes neue Welt in Besitz… Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; … ich war fremd, und ihr habt mich bei euch aufgenommen; … ich war im Gefängnis und ihr habt mich besucht.' (Matthäus 25,34-36)

Selbst alttestamentliche Gesetze sind sehr ausländerfreundlich. Das liegt in der Geschichte Israels begründet. Seine Befreiung aus Sklaverei sowie ein viele Jahre dauerndes Leben ohne Heimat haben den Umgang mit Fremden geprägt. In 5. Mose 10,18-19 heisst es: 'Gott liebt auch die Fremden, die bei euch leben, und versorgt sie mit Nahrung und Kleidung. Darum sollt auch ihr die Fremden lieben. Ihr habt ja selbst in Ägypten als Fremde gelebt.'

Es führt kein Weg an den Fremden vorbei, wenn wir uns auf Christus berufen. Wirtschaftliche Gründe mögen dagegen sprechen ('Die Ausländer wollen nur unseren Wohlstand!'). Gott aber ist ein Gott für alle. Wenn wir mit den Migrationsgesetzen höchste Hürden bauen für viele Hilfsbedürftige, dann zeigen wir nur, wie wichtig uns unser Wohlstand und wie unwichtig uns andere Menschen sind, und wie wenig wir bereit sind, auf den Gott zu hören, der uns sagt: 'Jeder von euch soll den fremden Mitbürger lieben wie sich selbst' (3. Mose 19,33).

Liebe ist konkret und handfest, nicht nur ein Gefühl. Die vorliegenden Migrationsgesetze sind Werkzeuge der Ausgrenzung, Abschreckung und egoistischer Ängste vor dem Verlust des eigenen Wohlstands. In diesen Gesetzen atmet nicht die Liebe Christi und die Freiheit von Christenmenschen. Darum sagen wir zweimal Nein zu den Migrationsvorlagen und setze uns weiter ein für eine christliche Welt, in der jeder Mensch von Gott und Menschen angenommen ist."

Der ganze Artikel inklusive Argumente Pro und Contra kann unter http://kundw.umc-europe.org/2006/september/07-01.php nachgelesen werden.


Quelle: EMKNI - Jörg Niederer

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