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EMKNI - 16.09.2006   Zurück zur Übersicht

Ungarn: Gestärktes evangelisches Profil in Europa

Die 6. Vollversammlung der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) – Leuenberger Kirchengemeinschaft – ist am Dienstag in Budapest feierlich eröffnet worden. Bis am 18. September 2006 beraten sich unter dem Motto «Gemeinschaft gestalten – Evangelisches Profil in Europa» rund 120 Delegierte aus 105 Kirchen. Unter anderem wird ein neuer Exekutivausschuss zu wählen sein, der seinerseits das dreiköpfige Präsidium der GEKE zu bestimmen hat. Gastgeber der Vollversammlung sind die reformierte und die lutherische und methodistische Kirche in Ungarn.

Die GEKE bildet auf Basis ihrer Gründungsurkunde, der Leuenberger Konkordie von 1973, eine Kirchengemeinschaft, innerhalb welcher sich die Unterzeichnerkirchen gegenseitig anerkennen, sich Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft ermöglichen und zur Zeugnis- und Dienstgemeinschaft verpflichten. Die GEKE versteht sich als die Stimme des Protestantismus in Europa und ist durch ihre Gottesdienstgemeinschaft geprägt. Sie hat in den letzten dreissig Jahren diese Gemeinschaft durch Konsenstexte im dogmatischen Bereich inhaltlich stetig gestärkt.

Bischof Wolfgang Huber, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD), hielt in seinem Hauptvortrag fest, die Vielgestaltigkeit des europäischen Protestantismus müsse nicht als Ausdruck von Beliebigkeit betrachtet werden. Vielmehr sei diese Vielgestaltigkeit so weiterzuentwickeln, dass sie zu einer Ausdrucksform evangelischer Freiheit werde. «Dafür müssen wir allerdings die Verbindlichkeit dieser Freiheit achten», meinte Huber. Vielgestaltigkeit dürfe nicht in Separatismus und Eigenbrötelei münden, Konfessionalismus sich nicht in Enge und Abgrenzung erschöpfen.

Klare Resultate in dieser Hinsicht zeigten denn auch die gemeinsam geführten Lehrgespräche «Gestalt und Gestaltung protestantischer Kirche in einem sich verändernden Europa» und «Evangelisch evangelisieren – Perspektiven für Kirchen in Europa». Die Ergebnisse dieser Lehrgespräche wurden an der GEKE-Vollversammlung in Budapest diskutiert und zeigten, dass die GEKE eine Verdichtung und Vertiefung des nun bereits 105 Kirchen umfassenden Zusammenschlusses sowie eine Stärkung des gemeinsamen Bekennens erreicht hat, ohne dass es dabei um Zentralismus oder eine liturgische Uniformität ginge. Der Erfolg des ökumenischen Modells der „Einheit in versöhnter Verschiedenheit“ ist offensichtlich – dafür stehen die Geschichte und Entwicklung der GEKE selber sowie der Umstand, dass europäische Partner wie die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) die gute Zusammenarbeit im europäischen ökumenischen Kontext betonen.

Am Sonntag wird in Budapest das dreiköpfige Präsidium der GEKE neu gewählt. Zurzeit steht an dessen Spitze die Theologieprofessorin Dr. Elisabeth Parmentier (Strassburg); ihre Stellvertreter sind der Präsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK), Pfarrer Thomas Wipf (Bern), und der Direktor des Seminars für Reformierte Theologie in Münster, Prof. Dr. Michael Beintker.

Die Verhandlungen können auf folgender Seite verfolgt werden: www.leuenberg.net


Quelle: Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund

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