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EMKNI - 20.09.2006   Zurück zur Übersicht

Makedonien: Sachbeschädigungen am Miss-Stone-Zentrum in Strumica

Mahlzeiten-AuslieferungIn den letzten Wochen wurden wiederholt zerstörerische Aktionen gegen einen diakonischen Arbeitszweig der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in Makedonien durchgeführt. An einem nach der früheren amerikanischen Missionarin Ellen Stone benannten Sozialzentrum in Strumica entstanden dabei kleinere, in einem Fall aber auch grössere Schäden. Die lokale Polizei und der Bürgermeister der Stadt wurden über die Beschädigungen informiert; bis anhin gibt es aber weder zu den Urhebern der Sachbeschädigungen noch zu ihren Motiven weiterführende Erkenntnisse.

Das Miss-Stone-Zentrum wurde im Jahr 2000 auf dem Hintergrund einer grossen Armut in Makedonien gegründet. Der Aufbau dieser Arbeit zugunsten insbesondere älterer Personen ohne familiäre Unterstützung wurde massgeblich von der Österreichischen Bundesregierung unterstützt. Anfangs erhielten 50 Menschen täglich eine warme Mahlzeit nach Hause geliefert (Suppe, Hauptgang und Dessert). Das «Essen-auf-Räder»-Projekt war aber von Anfang an weit mehr als ein blosser Mahlzeitendienst. Vielmehr ist der tägliche Kontakt mit einem Angestellten des Zentrums für nicht wenige der Mahlzeitenempfänger die einzige Möglichkeit, mit jemandem über existenzielle Dinge des Lebens zu sprechen oder auch über ein warmes Essen hinausgehende Hilfe - z.B. medizinischer oder praktischer Art - zu erhalten. Dieser Dienst weckt somit neue Hoffnung und schenkt vielen Menschen die Kraft, vermehrt für sich selber zu sorgen - mit dem Resultat, dass die Lebensqualität beträchtlich steigt.

Das «Essen-auf-Rädern»-Programm soll bis nächstes Jahr weiter ausgebaut werden, damit 100 Personen tägliche Hilfe erfahren können. Die Küche im Miss-Stone-Zentrum konnte bereits entsprechend ausgebaut werden, und auch die zusätzlich notwendigen Thermo-Geschirr-Sets stehen zum Einsatz bereit.

Umso bedauerlicher ist es, dass dieser Einsatz für die Armen - unbesehen ihrer religiösen Zugehörigkeit - nun durch diese Sachbeschädigungen Unbekannter sabotiert wird.


Quelle: Urs Schweizer, Assistent des Bischofs Dr. Patrick Streiff

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