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EMKNI - 02.04.2007   Zurück zur Übersicht

Deutschland: Evangelische Kirche übernimmt Vorsitz im nationalen Kirchenrat (ACK)

[Credits] Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) steht unter neuer Führung. Zum Vorsitzenden dieses nationalen Kirchenrates wurde von der in Berlin tagenden Mitgliederversammlung der Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Friedrich Weber, Wolfenbüttel, gewählt. Er löst den evangelisch-methodistischen Bischof Dr. Walter Klaiber ab, der sechs Jahre die ACK führte. Klaiber wurde in Berlin zusammen mit den anderen bisherigen Vorstandsmitgliedern Bischöfin Maria Jepsen (EKD), Metropolit Augoustinos (Konferenz Orthodoxer Kirchen in Deutschland – KOKiD), Bischof Dr. Diethardt Roth (Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche – SELK) und Bischof Heinz Algermissen (römisch-katholische Deutsche Bischofskonferenz – DBK) verabschiedet.

In seinem Abschlussbericht erinnerte Klaiber an die vielen Aktivitäten und Initiativen der ACK und an das auf fast allen Ebenen geltende grundsätzliche Ja zur ökumenischen Zusammenarbeit. Zugleich wies er darauf hin, dass das Mandat und der Handlungsspielraum der ACK eine bis heute strittige Frage seien. Manchmal habe er den Eindruck, dass es eine „versteckte Agenda“ im Miteinander der Kirchen gäbe. Es gehe dann um das Motto: "Wer erscheint am wirkungsvollsten in der Öffentlichkeit?". Aber, so Klaiber, "wenn es uns ernst damit ist, dass wir unsere Arbeit im Namen Jesu Christi tun und nicht unsere eigene kirchliche Tradition propagieren, dann führt kein Weg daran vorbei, dass wir mit allen, die sich ebenfalls zu diesem Herrn bekennen, in irgendeiner Form Kontakt halten und mit ihnen zusammenarbeiten."

In einem öffentlichen Gottesdienst wurden die neuen Vorstandsmitglieder Landesbischof Dr. Friedrich Weber (EKD), Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller (DBK), Generalsekretärin Regina Claas (Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden – BEFG), Erzpriester Constantin Miron (KOKiD) und Bischof Hans-Jörg Voigt (SELK) in ihr Amt eingeführt.

Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurde auch der Freikirchliche Referent der Ökumenischen Centrale (ÖC), Pastor Dr. Klaus Peter Voss vom Bund Freier evangelischer Gemeinden, verabschiedet. Er war zehn Jahre in der ÖC tätig und wird im Sommer seinen Dienst beenden. Aufgrund der beschlossenen Stellenreduzierungen wird die Arbeitskapazität der ÖC in den nächsten Jahren stark beeinträchtigt sein. Nach den Beschlüssen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Verbandes der römisch-katholischen Diözesen Deutschlands (VDD), deren Mitgliedsbeiträge deutlich zu reduzieren, muss die ACK mit erheblich weniger finanziellen Mitteln auskommen. Statt der bisherigen vier vollzeitigen theologischen Referenten, die es seit der Neukonstituierung der ACK im Jahr 1974 gibt, sind nur noch vier halbe Stellen vorgesehen. Diese sollen wie bisher von je einem Referenten aus der EKD, der römisch-katholischen und der orthodoxen Kirche sowie den evangelischen Freikirchen besetzt werden. Eine dieser Stellen soll um eine weitere halbe Stelle aufgestockt werden und zugleich auch die Stelle des Geschäftsführers sein. Ebenso werden im Sekretariatsbereich zwei der vier Stellen wegfallen.

Der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland gehören 16 Mitglieds- und vier Gastkirchen an. Neben der Evangelischen Kirche in Deutschland und der römisch-katholischen Deutschen Bischofskonferenz sind die orthodoxen und orientalischen Kirchen sowie evangelische Freikirchen und andere Kirchen Mitglieder der ACK.

Aktuelle Informationen über die Arbeit der ACK und ihrer Mitgliedskirchen in den Bereichen Glauben und Theologie, Kirche und Gesellschaft, Mission, Zeugnis und Gottesdienst sowie Migration, Dialog und Kultur sind im Internet abrufbar unter: http://www.oekumene-ack.de/.


Quelle: Adventistischer Pressedienst (APD)

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