Alte Version dieser Seite EMKNI en français
-
EMKNI - 04.04.2007   Zurück zur Übersicht

Grossbritannien: 200 Jahre seit der Aufhebung der Erlaubnis zum Internationalen Sklavenhandel

[Credits] Der beste Weg, das Gedenken an die Abschaffung des internationalen Sklavenhandels vor 200 Jahren zu begehen, sei das Aufdecken des heutigen Unrechts, welches wiederum unzählige Menschen versklavt: So zum Beispiel der internationale Frauen- und Kinderhandel oder das Schleppertum, welches billige Schwarzarbeiterinnen und Schwarzarbeiter in die reicheren Länder schmuggelt. 1807 waren es die Unterprivilegierten in den Docks von Liverpool, die Metallarbeiter von Sheffield, die Textilarbeiter in Manchester und die Seeleute in Hull, welche in grossen Protestveranstaltungen Druck machten, so dass der florierende internationale Sklavenhandel in England verboten wurde.

Einzelne kirchliche Mahner aus dem Milieu der Erweckungsbewegung waren die Wegbereiter für die Abschaffung des internationalen Sklavenhandels, unter ihnen William Wilberforce, der Quäker Anthony Benezet sowie auch die Methodisten John und Charles Wesley. Da man in der «besseren Gesellschaft» den Sklavenhandel als notwendigen Weg zur Schaffung und Erhaltung des Wohlstandes verharmloste, sagte der Quäker: «Ich gebe unter keinen Umständen zu, dass solche Schurkerei je notwendig ist.»

Vor 10 Tagen sind in London 3500 Christen auf die Strasse gegangen, um an die Aufhebung des Sklavenhandels vor 200 Jahren zu erinnern und öffentlich Busse zu tun. Der Zeugnis-Marsch führte auch am Parlamentsgebäude vorbei. Der Gottesdienst im Freien wurde vom Erzbischof von Canterbury geleitet. «Die Leute, welche den Sklavenhandel initiierten, waren Menschen wie du und ich.» Auch die Anglikanische Kirche besass damals Sklaven in den karibischen Plantagen.

Premierminister Tony Blair bat anfangs März um Entschuldigung im Blick auf die Rolle, die das Vereinigte Königreich im Sklavenhandel gespielt hatte. 2704 Schiffe transportierten Sklaven aus Westafrika über die Docks in London nach West-Indien. Viele Schwarze überlebten diese Massentransporte nicht. Der Präsident der britischen Methodistenkirche rief die Menge auf, jede moderne Form der Sklaverei zu bekämpfen: «Lasst uns die ökonomischen Argumente der Reichen hinterfragen und den Armen die frohe Botschaft bringen, den Gefangenen Freiheit verkünden. Reichtum ist nicht notwendig für den Ruhm einer Nation; Weisheit, Gerechtigkeit, Erbarmen, Grosszügigkeit und Liebe zu allen Menschen jedoch dienen dem wahren Ruhm eines Landes.»


Quelle: Bischof i.R. Heinrich Bolleter

-----------
Bitte senden Sie Ihre Bemerkung an die folgende Mailadresse:
"emknews-redaktion at umc-europe punkt org"