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EMKNI - 11.04.2007   Zurück zur Übersicht

Bulgarien: Ein Zeichen des Glaubens in einer Neulandmission

[Credits] Der vergangene Ostersonntag wurde gleich in zweifacher Hinsicht zu einem Fest für die Gemeinde der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in der nordostbulgarischen Stadt Dobric: Neben der Auferstehung von Jesus Christus wurde auch die Realisierung des herausfordernden «Kreuz-Projekts» gefeiert. Nach monatelangen Vorbereitungen und einer knapp zweiwöchigen Phase intensiver praktischer Arbeit steht nun vor der im Jahr 2003 gebauten Kirche ein 12 Meter hohes und 7 Meter breites Kreuz.

Vor gut 10 Jahren deutete in der 110'000 Einwohner umfassenden Stadt überhaupt nichts auf eine derartige Aktion der EMK hin. Dobric war vielmehr schon seit dem Zweiten Weltkrieg stark kommunistisch geprägt, und zwischen 1944 und 1990 trug die Stadt sogar - als Zeichen der Verbundenheit zwischen Bulgarien und der damaligen Sowjetunion - den Namen des russischen Marschalls Tolbuchin. Auch nach der Wende änderte sich - abgesehen vom Namen der Stadt - nur wenig, und die meisten ehemaligen Kommunisten blieben Atheisten.

Im November 1997 kamen allerdings Methodisten nach Dobric, um dort den auf dem Lukas-Evangelium basierenden Jesus-Film zu zeigen. Als Folge davon entstand eine kleine Gruppe von Christen, der sich immer mehr Menschen anschlossen. Bald musste für die Versammlungen eine Halle gemietet werden, und als die Gemeinde weiter wuchs, erwarb sie im Jahr 2001 jenes Grundstück im Zentrum der Stadt, auf dem später die Kirche gebaut wurde.

Diese eigene Kirche wurde allerdings nie als ein Gebäude verstanden, hinter dessen Mauern man sich zurückziehen oder gar verstecken konnte. Die sich sehr positiv entwickelnde missionarische Arbeit sollte vielmehr auch ganz konkret in die Gesellschaft hinein wirken. Unter der Leitung von Pastor Samuel Altunian und dessen Frau Nadja Altunian wurde deshalb neben der Arbeit in der Gemeinde auch eine intensive Beziehung zu Kindern eines Waisenheimes in der Stadt aufgebaut. Für nicht wenige der Kinder und Jugendlichen wurde die Gemeinde zu einer Heimat. Hier fanden sie Freunde und Menschen, die ihnen helfen wollten, ihre schwierigen Lebensbedingungen zu verändern. Doch gerade dies war in der Zusammenarbeit mit dem Heim nicht immer möglich. Deshalb entstanden Pläne für ein eigenes Zentrum, das dank der Hilfe aus dem Ausland schliesslich auch realisiert werden konnte. Im Tageszentrum «John Wesley» erhalten heute zwischen 30 und 35 aus schwierigen Familienverhältnissen stammende Kinder und Jugendliche eine warme Mahlzeit, Begleitung in schulischen Fragen und Ermutigung in ihrer persönlichen Entwicklung.

Im Herbst 2006 wurde dann die Idee des «Kreuz-Projekts» geboren: Vor der neuen Kirche sollte ein Kreuz mit «biblischen» Massen aufgestellt werden - nicht als Dekoration, sondern als ein Zeichen des Glaubens der Menschen, welche hier eine Heimat gefunden hatten. Und weil es ein solches sein sollte, wollte die Gemeinde auch die dafür notwendige Summe selber aufbringen - was sie schliesslich auch tat.

Nachdem die notwendige Baugenehmigung am 26. März 2007 erteilt worden war, begannen noch am selben Tag die Arbeiten am Fundament des Kreuzes. Und nun ist in der vor über 50 Jahren als «religionsfrei und atheistisch» definierten Stadt das Kreuz Christi sichtbar geworden - den einen vielleicht ein Ärgernis, vielen anderen aber ein Ruf zum Glauben an den von Gott gesandten Erlöser.


Quelle: Urs Schweizer, Assistent des Bischofs Dr. Patrick Streiff (nach einem Bericht von Pastor Samuel Altunian)

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