Alte Version dieser Seite EMKNI en français
-
EMKNI - 20.04.2007   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Erotischer Fotowettbewerb „Verhüllt“ an ‚begägne – jk07’

Stefan Moll ist für die Inhalte des Festes und für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich[Credits] Vom 9.-10. Juni 2007 findet in Zofingen ein Begegnungsfest der besonderen Art statt. Die Evangelisch-methodistische Kirche organisiert dieses Fest gemeinsam mit anderen Kirchen und örtlichen Veranstaltern. „begägne“ heisst das Motto und meint damit die Begegnung von Jung und Alt, Suchenden und Glaubenden, Interessierten und Kritischen und vielen mehr.

‚begägne – jk07’ nimmt Themen ‚nahe am Leben’ auf. So wird in der erregBAR z. B. Sex thematisiert. Berührungen, Schönheit, Alter, sexuelles Profil oder sexuelle Störungen werden aufgenommen. In sechs verschiedenen Kammern begegnen die Besucher einem solchen Aspekt von Sexualität. In der „Bilderkammer“ geht es um die Frage, wie das Auge Erotik wahrnimmt. Hier können die Besucher 24 Fotos bewerten. Sie bestimmen, welches das erotischste und beste Bild ist. Eigens für die Gestaltung dieses Teils der erregBAR wird ein Fotowettbewerb ausgeschrieben. Die Bilder sollen Erotik unter dem Aspekt der Verhüllung zeigen.

Erotische Fotos
Gesucht werden Bilder, die Erotik unter dem Aspekt der Verhüllung darstellen. In der Ausschreibung wird das Thema des Fotowettbewerbes so umschrieben: „Erotik ist jenes geheimnisvolle Knistern zwischen den Menschen, jenes Prickeln der Sinnlichkeit, der Lust und Leidenschaft. Erotisches Feuer widerspiegelt Liebe. Es kann erlöschen und neu entzündet werden. Durch eine Flut von Nacktheit droht Erotik belanglos zu werden. Zu viel Nacktes wirkt langweilig und kann zum Erotikkiller werden. Darum wollen wir erotische Fotografie zeigen, die (fast) nichts zeigt, aber alles meint. Verhüllt: Bilder, die durch das Gesehene und das Erahnte, das Verdeckte, Verborgene und vielleicht Schamhafte die Phantasie anregen. Wir hoffen auf Bilder, die knisternde erotische Spannung ausstrahlen, gerade weil sie auch verdecken.“

Die Bilder müssen bis zum 1. Juni 2007 eingereicht werden. Eine Jury wird aus ihnen die besten 24 Bilder auswählen, unter denen dann die Sieger vom Publikum erkoren werden. Die Verantwortlichen sind gespannt, wie viele Bilder Fotografen und Hobbyfotografen einreichen werden. Er ist sicher, dass höchst erotische, aber keine unanständigen Bilder gezeigt werden können. Die Verantwortlichen wollen erreichen, dass Paare ins Gespräch kommen und sich gegenseitige erzählen können, warum sie ein Foto (nicht) erotisch finden.

Im Gespräch:
Der Zofinger Pfarrer Stefan Moll ist für die Inhalte des Festes und für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. In einem Gespräch mit Markus Bach, Distriktsvorsteher der Evangelisch-methodistischen Kirche, äussert er sich zur erregBAR und zur geplanten erotischen Fotoausstellung.

Markus Bach (MB): Am Begegnungsfest in Zofingen werden in den BAR’s fünf Themen erlebBAR gemacht. Warum gerade auch die Sexualität?

Stefan Moll (svm): Weil wir in der Kirche schon viel zu lange zu diesem Thema geschwiegen haben. Sexualität gehört zum Leben. Sie kann erfüllen und frustrieren. Sie kann unerhört bereichern und schrecklich missbraucht werden. Es ist das Kerngeschäft der Kirche, Menschen in so zentralen Lebensfragen zu begleiten. Die erregBAR ist ein möglicher Weg, uns diesem Thema wirklich zu stellen.

MB: Was kann denn vom Evangelium her überhaupt zu Sex gesagt werden?

svm: Die meisten erwarten Moral, aber die hilft nicht weiter. Stattdessen müssen wir darüber sprechen, wie Sexualität spannend bleibt. Zudem müssen wir Raum schaffen, um sexuelle Verletzungen zu thematisieren. Die Beziehung zu Jesus Christus befreit, darum erwarte ich, dass wir von Gott auch einen freien und erlösten Umgang mit Sex lernen können. In der erregBAR wird vor allem die positive Seite der Sexualität aufgenommen.

MB: Jetzt macht ihr eine erotische Bilderausstellung in der erregBAR. Hat das Platz an einem Fest, das von der Kirche organisiert wird?

svm: Gewiss. Denn wir zeigen nicht Sex, sondern eben Erotik. Das ist ein wesentlicher Unterschied. Gesucht sind Bilder, welche die Schönheit, das erotische Knistern, die Anmut der Körper festhalten. Es geht uns in keiner Weise um schamlose Bilder. Im Gegenteil: wie suchen erotische Bilder, die gerade von der Verhüllung leben. Zu viel Nacktheit kann ein Erotikkiller werden.

MB: Und was soll mit dieser Ausstellung erreicht werden?

svm: Wir lassen das Publikum entscheiden, welches das erotischste und schönste Bild der Ausstellung sein wird. Damit müssen sich die Leute selber fragen, was SIE schön finden. Ich hoffe, dass die Besucher darüber sprechen, warum ihnen ein Bild gefällt oder eben nicht gefällt. Am schönsten wäre natürlich, wenn die Ausstellung für Paare zu einer Gesprächsgelegenheit wird, einander zu erzählen, was sie sich vielleicht schon lange verschwiegen haben.

MB: Und was erwartet den Besucher sonst noch in der erregBAR?

svm: Lassen Sie sich überraschen. Verschiedene Aspekte von Sexualität werden aufgenommen. Am Samstag Abend können Besucher einmal laut über Sex lachen. Nicole Käser führt das Kabarett „Anleitung zur sexuellen Unzufriedenheit“ von Bernhard Ludwig auf. – Humor ist eine ausgezeichnete Sexualtherapie.

Informationen zu ‚begägne – jk07’ und zur Ausschreibung des Fotowettbewerbs finden sie unter www.jk07.ch und über den Kontakt: info@ik07.ch


Quelle: Stefan Moll, Järhliche Konferenz 2007 Zofingen

-----------
Bitte senden Sie Ihre Bemerkung an die folgende Mailadresse:
"emknews-redaktion at umc-europe punkt org"