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EMKNI - 10.08.2007   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Bischof Koch fühlt sich durch die Methodisten zur Ökumene ermutigt

Bischof Kurt Koch, der Präsident der Schweizer Bischofskonferenz[Credits] Wie am Mittwoch in den Medien bekannt wurde, hat der Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, Bischof Kurt Koch, in einem „Offenen Brief zur ökumenischen Situation heute“ auf die Kritik der Reformierten am katholischen Dokument über die Lehre der Kirche reagiert. Darin betont Koch, dass die Ökumene weitergehen müsse. Nicht überall seien die Reaktionen gegenüber der Erklärung der Glaubenskongregation so negativ ausgefallen wie im deutschsprachigen Raum. Andernorts sei sie eher „als positive Herausforderung für die Ökumene wahrgenommen“ worden, schreibt Koch im Brief, der an den Ratspräsidenten des Evangelischen Kirchenbundes (SEK), Thomas Wipf, gerichtet ist. So habe der Bischofsrat der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) vor allem die positiven Äusserungen über die reformatorischen Kirchen im Dokument der Glaubenskongregation zur Kenntnis genommen und begrüsst (s. EMK-News vom 30. Juli 2007). Die EMK-Bischöfe hätten zudem ihre Bereitschaft zur weiteren ökumenischen Verständigung mit der katholischen Kirche erklärt. Der methodistische Ökumene-Experte Geoffrey Wainwrigt habe „die Negativauslese in vielen Pressemitteilungen“ gar bedauert und erklärt, das päpstliche Papier sei ein Anlass, über die Fragen „Was ist die Kirche?“ und „Wo ist die Kirche zu finden?“ ökumenisch intensiver nachzudenken.
Solche Reaktionen ermutigten ihn, schreibt Koch, die reformierten Kirchen in der Schweiz erneut einzuladen, nicht bei „den negativen Empfindungen und Verletzungen stehen zu bleiben“, sondern den ökumenischen Dialog mit der katholischen Kirche weiterzuführen und „mutig jene Fragen anzugehen, die uns noch trennen“.
Ökumenische „Irritationen“ gebe es nicht nur auf reformierter Seite, unterstreicht Koch und führt dazu verschiedene Beispiele an, wo sich die katholische Kirche ihrerseits durch reformierte Erklärungen brüskiert fühlte. So werde die 1999 von der Lutherischen und katholischen Kirche unterzeichnete „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“ von den Schweizer Reformierten bis heute nicht mitgetragen. Einzig der Methodistische Weltbund habe sich im Jahr 2006 der Erklärung nachträglich angeschlossen.
Zum Schluss vergleicht Koch im Brief die Kontroverse um die Erklärung der Glaubenskongregation mit einem „Sommergewitter“, das reinigend wirken könne. Eines müsse klar sein: Die Basis des Dialogs sei „nicht das, was uns noch trennt, sondern das viel Grössere, das uns verbindet“.

Zum Originaltext des Offenen Briefes von Bischof Kurt Koch

Zum Volltext der Stellungnahme des EMK-Bischofsrates


Quelle: Barbara Streit-Stettler, Kommunikationsbeauftragte EMK Schweiz

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