Alte Version dieser Seite EMKNI en français
-
EMKNI - 20.08.2007   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Austritte aus der EMK Kehlhof und Gründung einer unabhängigen Gemeinde

[Credits] Ein grosser Teil der Mitglieder und Freunde der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) Kehlhof, Berg TG, hat entschieden, sich von ihrer Mutterkirche zu trennen und eine eigene unabhängige Gemeinde zu bilden. Am 9. August 2007 gründeten sie dazu den Verein „Evangelische Gemeinde Kehlhof“. Die Mitglieder dieses Vereins wollen nicht mehr länger in die weltweite EMK eingebunden sein und Fragen, die die theologische Ausrichtung der Gemeinde betreffen, auf Ortsebene entscheiden. Insbesondere wollen sie die Offenheit der EMK gegenüber verschiedenartigen Glaubenspositionen innerhalb und ausserhalb der Kirche nicht mehr mittragen. Die Verantwortlichen der EMK bedauern den Weggang der Mitglieder und Freunde aus der Gemeinde Kehlhof. Der letzte gemeinsame Gottesdienst findet voraussichtlich am 30. September 2007 in der EMK-Kapelle im Kehlhof statt.
Die kirchlichen Liegenschaften im Kehlhof gehören der EMK Schweiz. Wie und von wem die Kapelle in Zukunft genutzt werden soll, wird deshalb der Kirchenvorstand der EMK Schweiz an seiner Sitzung im September entscheiden. Die EMK ist fest entschlossen, ihren Dienst wie bisher in den Gemeinden Klingenberg und Kreuzlingen sowie in einer neuen Form auch in Berg weiterzuführen.
Die EMK-Kapelle im Kehlhof in Berg steht seit 1884. Gebaut wurde sie, nachdem durch den Dienst der „Thurgauer Mission der Evangelischen Gemeinschaft“ eine Gemeinde entstanden war, die eine Heimat brauchte. Durch die weltweite Vereinigung der Evangelischen Gemeinschaft mit der Methodistenkirche im Jahr 1968 entstand die Evangelisch-methodistische Kirche (EMK), zu der fortan auch die Gemeinde im Kehlhof gehörte. Zusammen mit den Gemeinden Klingenberg und Kreuzlingen bildete sie den EMK-Bezirk Berg-Kehlhof.
Mitglieder und Freunde der Gemeinde Kehlhof haben immer wieder Vorbehalte gegenüber der EMK geäussert und hätten lieber als eigenständige Gemeinde gehandelt. Zwar arrangierte man sich mit den Pfarrern, die dem Bezirk von der Kirchenleitung zugewiesen wurden. Im Blick auf die Ordnungen und das theologische Profil der EMK blieben aber immer Reibungsflächen bestehen. Zum Wesen der EMK gehört, dass nicht von einem Lehramt vorge-geben wird, was zu glauben ist, sondern dass miteinander auf die Botschaft der Bibel gehört wird. Dabei werden Tradition, Vernunft und Erfahrung mit einbezogen. Unterschiedliche Ansichten, soweit sie nicht das Zentrum des Glaubens - die Erlösung durch Jesus Christus - betreffen, werden miteinander ausgehalten. John Wesley, der Gründer der EMK hat im Blick auf das Verständnis der Schrift und den Glauben einmal gesagt: „Im Wesentlichen Einheit, in anderen Dingen Freiheit, in allem aber Liebe“.
Die Türen der Evangelisch-methodistischen Kirche Kehlhof sollen offen bleiben, gerade auch für Menschen, deren Biografie nicht immer geradlinig verlaufen ist und die auch schwierige Kirchen-Erfahrungen gemacht haben. In ihrem Dienst will sich die EMK nicht von anderen Kirchen abgrenzen, sondern das, was ihr von Gott anvertraut worden ist, auch weiterhin in Zusammenarbeit mit anderen zur Entfaltung bringen.


Quelle: Elsi Altorfer, Distriktsvorsteherin Nordostschweiz

-----------
Bitte senden Sie Ihre Bemerkung an die folgende Mailadresse:
"emknews-redaktion at umc-europe punkt org"