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EMKNI - 24.08.2007   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Für EMK-Pfarrer Schaerer beginnt der „aktive“ Ruhestand

Philippe Schaerer tritt in den Ruhestand[Credits] Am kommenden Sonntag wird Philippe Schaerer, Pfarrer der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in Zofingen seinen Abschieds-Gottesdienst halten. Nach Erreichen der Altersgrenze beginnt für ihn der „aktive“ Ruhestand. Vor 11 Jahren - im August 1996 - begann sein Dienst auf dem Gemeinde-Bezirk Zofingen mit den Aussenstationen Strengelbach, Mühlethal und Safenwil, nachdem er vorher ebenfalls 11 Jahre die EMK-Gemeinde in Basel Neubad betreut hatte. Das in der EMK praktizierte Versetzungs-System bedeutet, dass Pfarrerinnen und Pfarrer jeweils an der „Jährlichen Konferenz“ (Synode) vom Bischof eine Dienstzuweisung für das neue Konferenzjahr erhalten. Das kann auch die Versetzung auf einen anderen Bezirk bedeuten. Die Dienstzeit von Philippe Schaerer wurde 2003/04 durch ein Zwischenjahr im Diakonat Bethesda in Basel (Spitalseelsorge) unterbrochen. Seit Sommer 2004 - nach dem Weggang von Gemeindemitarbeiter Herbert Gut, wurde zusätzlich Pfarrer Stefan Moll nach Zofingen versetzt, der die Aufgabe übernahm, vor allem gegen Aussen zu wirken und im Sozial-diakonischen Bereich Akzente zu setzen. Philippe Schaerer hingegen war für den inneren Aufbau der Gemeinden in Zofingen und den Aussenstationen zuständig.

Prägende Veränderungen
Nach den wichtigsten Anliegen im Rückblick befragt, meinte Pfarrer Schaerer: “Aufbau eines Leitungsteams, also weg von einer „Einmann-Leitung“ zu einem Team; Vollzug eines Generationenwechsels im Blick auf die Verantwortung tragenden Laienmitarbeiter; in Seelsorge und Verkündigung den inneren Bereich unsers Lebens vor Gott bringen und zur Heilung kommen lassen. Die Bildung eines Teams hat auch zur Folge, dass bei Pfarrerwechsel kein Kurswechsel im Gemeindeaufbau erfolgt. Das Team aus Leuten der Gemeinde bewirkt eine Konstanz im Blick auf die Zielsetzungen der Gemeinde. In der wichtigen Jugendarbeit ist es die Takano-Fachstelle, die für die gesamte EMK in der Schweiz federführend wurde. Dieses neue Konzept galt es auch hier in Zofingen entsprechend umzusetzen.“ Nach weiteren Arbeits-Schwerpunkten befragt, ergänzte Philippe Schaerer: „Sicher wurde mir durch die Präsenz meines Kollegen Stefan Moll manches abgenommen, vor allem auch im administrativen Bereich und punkto Sitzungen. So konnte ich mich stark auf Verkündigung, Besuchsdienst, Seelsorge und die Bildung und Begleitung des Leitungsteams konzentrieren. Ich habe stets ver-sucht, in allen Bereichen prozesshaft zu arbeiten.“ Auf den grossen Umbau des Gemeindezentrums in Zofingen angesprochen, erklärte Philippe Schaerer: „Die ersten Gespräche fanden schon 1998 statt, die letzte Bau-Etappe wurde 2005 abgeschlossen. Auch hier geschah alles prozesshaft. Ein weiterer Höhepunkt der Dienstzeit war die EMK-Synode und das in der breiten Öffentlichkeit stark wahrgenommene Begegnungsfest vom 7.-10. Juni 2007, wobei Pfarrer Schaerer vor allem für den Bereich „Konferenzverhandlungen“ Verantwortung trug.

Ein Mann der „leisen Töne“
Philippe Schaerer’s Verkündigung war schnörkellos, einfach und klar, wobei er eine spezielle Gabe besass, biblische Aussagen durch leicht nachvollziehbare Bilder verständlich und deut-lich zu machen. Er verkündigte die Liebe Gottes durch Jesus Christus zu allen Menschen – ohne Vorbedingungen und Eigenverdienst. „Er suchte nicht die Schwerpunkte dort, wo seine Arbeit in der Öffentlichkeit gross wahrgenommen wurde oder gar Aufsehen erregte. Mit grosser Liebe und Hingabe widmete er sich gerade den Aufgaben, die keinen „Erfolg“ nach aussen versprachen,“ meinte Pfarr-Kollege Stefan Moll. Er unterstützte nicht den „kirchlichen Betrieb“, sondern bemühte sich, mehr innere Ruhe und Gelassenheit in die Gemeindearbeit zu bringen. Nachdem auch die EMK unter Pfarrermangel leidet, bleibt die 2. Pfarrstelle in Zofingen mindestens für ein Jahr vakant. Deshalb erklärte sich Philippe Schaerer bereit, über seine Dienstzeit hinaus im Bereich Seelsorge und Besuchsdienst aktiv zu bleiben und Abdankungen für Menschen der älteren Generation zu übernehmen, die er im letzten Jahrzehnt schon begleitete, um damit Pfarrer Moll in seiner grossen Aufgabe teilweise zu entlasten. Die EMK-Gemeinde dankt Philippe Schaerer für seinen treuen Dienst in den verflossenen 11 Jahren und wünscht ihm von Herzen, dass er seinen Teil-Ruhestand mit seiner Frau zusammen geniessen kann.


Quelle: Stefan Moll, Zofingen

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