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EMKNI - 13.12.2007   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Notfallseelsorger aus der EMK leitete Einsatz in Strengelbach

Auf der Unfallstelle in StrengelbachAm 7. Dezember ereignete sich im aargauischen Strengelbach ein tragischer Unfall auf einer Baustelle: im Rohbau eines Mehrfamilienhauses wurden bei Betonierungsarbeiten zwei Bauarbeiter unter einer einstürzenden Decke begraben. Nicht nur rund 70 Feuerwehrleute, Polizisten und weitere Rettungskräfte standen im Einsatz. In einem Grossalarm aufgeboten wurde auch das ganze Care-Team des Kantons Aargau. Ihm kam die Aufgabe zu, die Baubelegschaft, Angehörige und Anstösser im Anschluss an dieses Unglück zu begleiten. Psychologen und Seelsorger mit besonderer Ausbildung unterstützen jeweils bei tragischen Ereignissen Hinterbliebene und Überlebende durch eine angemessene Betreuung. Sie schaffen mit den Betroffenen zusammen eine sichere Situation und klären das weitere Vorgehen.

Als erster „Care-Giver“ war Stefan Moll, Pfarrer der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in Zofingen, vor Ort in Strengelbach. Deshalb fiel ihm die Aufgabe zu, den Einsatz der „Care-Givers“ zu organisieren und zu leiten. Seine Aufgabe war es, möglichst rasch Bedingungen zu schaffen, die den Betroffenen helfen, mit dem Geschehenen fertig zu werden. Es galt, die Arbeit der Medienleute wahrzunehmen und auch jene Menschen ausfindig zu machen, die zwar vom Unglück betroffen sind, aber nicht in Erscheinung treten. „Die Solidarität war in diesem schwierigen Moment überwältigend“, sagt Stefan Moll. „Die Frauen der Römisch-katholischen Kirchgemeinde haben beispielsweise ihre Kirche geöffnet und den ganzen Tag Kaffe und Suppe bereitgestellt.“. Insgesamt wurden über 60 Personen von Care-Givers begleitet.

Zum Abschluss seines Einsatzes leitete Moll am vergangenen Montag die Gedenkfeier zum Unglück. Rund 150 Freunde, Retter und Arbeitskollegen der Verstorbenen legten weisse Rosen auf die Unglückstelle. Diese Feier stand laut Moll ganz im Zeichen des Respekts vor den Angehörigen und den Mitarbeitern der betroffenen Firmen. Tief bewegt zeigte sich auch der Geschäftsleiter des Bauunternehmens Gebr. Hallwyler AG. Er drückte den Hinterbliebenen sein Beileid aus.

Die Notfallseelsorge Aargau ist seit 2001 rund um die Uhr über Telefon 143 erreichbar. Im Jahr 2006 leistete sie 84 Einsätze, 2007 werden es rund 110 Einsätze werden.
Verschiedene Pfarrer der EMK sind in der Notfallseelsorge tätig und haben dafür eine besondere Weiterbildung besucht. Im Kanton Bern ist beispielsweise Daniel Etter aus Adelboden Mitglied des Care-Teams (s. EMK-News vom 5. Juli 2007).


Quelle: Stefan Moll / Barbara Streit-Stettler

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