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EMKNI - 08.01.2007   Zurück zur Übersicht

USA: Jäger sorgen unter Tennessees Hungrigen für Hirschbraten

Logo von [Credits] Wenn Larry Ross aus Bolivar in Tennessee auf seinem Grund einen Hirsch erspäht, kann er sofort sagen, wie viele Essen es davon für arme Menschen gibt. "Wir gehen davon aus, dass ein Pfund Wild vier Essen ermöglicht. Wenn das zutrifft, dann gibt es von diesem Hirsch 160 Mahlzeiten. Nicht schlecht, oder?"

Ross und ein Team der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in Bolivar liefern Wildfleisch an lokale "food banks", Einrichtungen, die Nahrungsmittel sammelt und an Bedürftige und Suppenküchen abgeben. Das Programm nennt sich "Jäger für die Hungrigen" und wird geleitet von der Tennessee Wildlife Federation.

Das Programm soll mithelfen, die zahlenmässig explodierte Hirschpopulation – die höchste im Bundesstaat – auf ein erträgliches Mass zu regulieren. Jäger werden aufgefordert, einen Extrahirsch zu jagen und diesen Familien in Not zu spenden.

Laut Chad Whittenburg, dem Koordinator von "Jäger für die Hungrigen" führt der Überbestand an Hirschen im Hardeman County zu grossen Ernteverlusten und einer hohen Zahl von Verkehrsunfällen mit Hirschen.

Zur gleichen Zeit hatten die regionalen Armenküchen grössere Probleme, genügend gespendetes Essen zu bekommen. Laut Whittenburg sei eine wachsende Zahl von Armen aus der Gegend unterernährt, da die Organisationen nur Essen mit noch nicht abgelaufenem Verfalldatum verwenden dürfen.

"Jäger für die Hungrigen" ist beinahe das einzige Programm im Bundesstaat, welches Fleisch spendet. "Alle geben eimerweise Gemüse, aber kaum einer spendet Fleisch", so Whittenburg.

Gemäss der Tennessee Wildlife Federation gehen im Bundesstaat beinahe 20 Prozent der Erwachsenen und 11 Prozent der Kinder hungrig zu Bett. Dieses Ergebnis bewegt sich im Rahmen der nationalen Hungerstatistik, die in einer Studie der Second Harvest Food Bank erhoben wurde. Danach ist die Armut in Oklahoma am Höchsten und in Delaware am Tiefsten. Tennessee liegt auf dem 25. Platz von 50 Bundesstaaten.

"Jäger für die Hungrigen" hat sich zusammengetan mit Gruppen, verteilt über den ganzen Bundesstaat, um das Hirschfleisch weiter zu verarbeiten. Im Hardeman County hat die Bolivar's First United Methodist Church 8000 Dollar gesammelt, um damit 32'000 Essen zu sponsern und zu verarbeiten.

Seit Ross und sein Team dem Programm beigetreten sind vor zwei Jahren, konnten sie acht Tonnen Wildfleisch liefern.

2006 wuchs der Ertrag des Programms "Jäger für die Hungrigen" um 37 Prozent. 25 Tonnen Wildfleisch wurden verarbeitet, was ausgereicht hat für 200'000 Essen. Whittenburgs Ziel für das Jahr 2007 ist Fleisch für 500'000 Essen.

Einer der grössten Sponsoren dieses Programms ist die Jährliche Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche von Memphis. Sie sammelte dafür im Jahr 2005 mehr als 50'000 Dollar. Im Dezember 2006 erhielt sie den Tennessee Wildlife Federation's Presidential Award für aussergewöhnliche Freiwilligenarbeit.


Quelle: United Methodist News Service

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