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EMKNI - 22.01.2007   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Vom Heiligen Geist und campenden Studenten

Studierende aus dem Theologischen Seminar Reutlingen wirkten vielfältig im Gottesdienst mit.[Credits] Müssen Studenten in den Semesterferien ihre Zimmer am Theologischen Seminar Reutlingen verlassen und in dieser Zeit im Garten campen? Dies war eine der Fragen, welche Studierende am vergangenen Sonntag die Gottesdienstbesuchenden im Zehntenhaus der Evangelisch-methodistischen Kirche Rothrist fragten. Tatsächlich campen am Seminar gelegentlich Studierende im Garten der Dozenten, doch das mehr aus Spass, und nicht, weil sie ihre Zimmer räumen müssen.

Eingeladen wurden die jungen Gäste aus Deutschland und ihr Dozent Dr. Michael Nausner durch die Zehntenhausgemeinde Rothrist. Für die Begegnungen am Samstagabend und Sonntagmorgen wählte man als Thema "Heiliger Geist".

Nachdem die Studierenden am Abend mit Fondue in Schweizer Esssitten eingeweiht wurden, tauschten sich rund 30 Personen intensiv und mit viel Gewinn über Erfahrungen und Beobachtungen zum Heiligen Geist aus. Und es geschah fast so etwas wie ein Pfingstwunder. Die Kommunikation zwischen älteren und jüngeren Menschen, zwischen Deutschen und Schweizern gelang und harmonierte.

Einer der Höhepunkte der Begegnung war die Sonntagspredigt von Prof. Dr. Michael Nausner. Ausgehend von der Geschichte in Lukas 4,14-21, als Jesus nach Wundertaten und Wüstenzeit in seinen Heimatort zurückkehrte und dort nach anfänglicher Begeisterung am Schluss beinahe gelyncht wurde, versuchte der systematische Theologe den Gründen für diesen krassen Meinungsumschwung auf die Spur zu kommen. Ein einleuchtender Gedanke war, dass sich Jesus für seine Landsleute als irgendwie fremd herausstellte und zudem in seinen Reden erst noch Partei für Fremde und nicht die Einheimischen ergriff. Ein weiterer Grund sei wohl auch der Unterschied zwischen Erwartung und Realität, oder wie es Nausner sagten, "zwischen Sehen und Hören" gewesen. Jesus wollte mit seinen Worten den Kreis der von Gott gerufenen erweitern. Doch die Nazarener hörten nicht auf diese Worte, sondern wollten auch in ihrem Dorf die Wunder sehen, die Jesus an anderen Orten vollbracht hatte.

Die Studierenden beteiligten sich mit Erlebnisberichten, musikalischen Einlagen, Lesungen aus der Bibel und einem gesungenen englischen Segen am Gottesdienst. Unter ihnen war auch ein Aargauer. Jürg Schrammel kommt aus der Region Aarau und ist zurzeit der einzige Schweizer unter rund 40 Studierenden in Reutlingen.

Das Theologische Seminar in Reutlingen ist die offizielle deutschsprachige Ausbildungsstätte der Evangelisch-methodistischen Kirche. Unlängst wurde es als Fachhochschule vom Land Baden-Württemberg anerkannt. Immer wieder studieren auch Menschen aus anderen Kirchen und Nationen in Reutlingen. Ziel der Ausbildung ist der Pfarrberuf in der Evangelisch-methodistischen Kirchen, der sowohl Frauen wie Männern offen steht. Das Theologische Seminar beherbergt die grösste deutschsprachige Sammlung methodistischer Fachliteratur und ist somit ideal auch als Studienort für Forschung und Weiterbildung.

Infos zum Theologischen Seminar Reutlingen bekommt man unter http://www.theologisches-seminar.de/, zur Zehntenhausgemeinde der Evangelisch-methodistischen Kirche Rothrist unter http://rothrist.umc-europe.org.


Quelle: Jörg Niederer

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