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EMKNI - 24.01.2007   Zurück zur Übersicht

Tschechische Republik: Wie aus einer Missionsreise ein «Gang nach Emmaus» wuchs

[Credits] Im Jahr 2003 kehrte eine Gruppe von Männern und Frauen aus der Jährlichen Konferenz Nord-Texas der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in den USA begeistert von einer Missionsreise nach Osteuropa zurück. Verbunden mit dem Wunsch, die entstandenen partnerschaftlichen Beziehungen zu Methodisten in der Tschechischen Republik gerade auch in geistlicher Hinsicht zu vertiefen, rückte plötzlich die Frage ins Blickfeld, ob allenfalls das Programm «Gang nach Emmaus» auch in deren Heimat hilfreich sein könnte.

Bei diesem Programm (siehe auch http://www.gang-nach-emmaus.com) handelt es sich um ein verlängertes Wochenende, das dazu dient, den Glauben der Teilnehmenden an Jesus Christus zu stärken und zu erneuern. Durch das gemeinsame Hören, Reden, Beten, Singen und Feiern werden die Teilnehmenden ermutigt und ausgerüstet, ihren Glauben in der Familie, in der Gemeinde, am Arbeitsplatz und in der Nachbarschaft zu leben. Seinen Ursprung hat das Programm in der spanischen Cursillo-Bewegung, einer Laienarbeit innerhalb der römisch-katholischen Kirche. Nach 1970 hatten auch Protestanten Zutritt, die dann 1981 in den USA eine eigenständige Arbeit als Emmaus-Gemeinschaft begannen. Daraus entwickelte sich das Programm «Gang nach Emmaus» mit inzwischen weltweiten Dimensionen.

Die Methodisten aus Texas suchten also das Gespräch mit Leitungspersonen der EMK in der Tschechischen und der Slowakischen Republik. Im Herbst 2004 reiste eine achtköpfige Gruppe aus diesen beiden Ländern nach Texas, um dort an einem «Gang nach Emmaus» teilzunehmen und das Programm gleich selber zu testen. Die positiven Erfahrungen liessen alle Beteiligten nächste Schritte planen. In einem Grundsatzentscheid wurde festgehalten, das Programm zuerst in der Tschechischen Republik durchzuführen und dann zu gegebener Zeit auf die Slowakische Republik auszuweiten. Nach diesem Entscheid erfolgten auch Gespräche mit anderen protestantischen Denominationen über deren allfällige Mitarbeit.

Eine der grössten Hürden war schliesslich die Übersetzung der insgesamt 573 Seiten umfassenden schriftlichen Unterlagen. Eine tschechische Frau beteiligte sich im Herbst 2005 an einem «Gang nach Emmaus» in Texas und wurde anschliessend für die Übersetzungsarbeiten angestellt. Die dadurch anfallenden Kosten wurden von Mitgliedern der EMK in den USA gedeckt.

In der Zwischenzeit sind alle schriftlichen Unterlagen übersetzt, und vom 24. bis 27. Mai 2007 wird eine Gruppe von Männern den ersten «Gang nach Emmaus» in der Tschechischen Republik erleben. Der lange Atem und der Wunsch, eine Partnerschaft nicht nur mit materiellen Inhalten zu füllen, beginnt Früchte zu tragen.


Quelle: Urs Schweizer - Assistent des Bischofs Dr. Patrick Streiff

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