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EMKNI - 31.01.2007   Zurück zur Übersicht

Schweiz/Portugal: Zweites Leben für Kirchenmobiliar

[Credits] Während vieler Jahre waren sie in Bassersdorf und Muttenz im Einsatz: gut 100 Kirchenstühle, eine kleine Kanzel und ein Abendmahlstisch. Dann wurde die Gemeindearbeit der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) an diesen beiden Orten beendet, und das Kirchenmobiliar wurde mangels anderer Verwendungsmöglichkeit eingelagert.

Zur selben Zeit gelangten mehr und mehr Männer und Frauen aus Afrika - vor allem aus Angola - nach Lissabon/Portugal. Fern ihrer Heimat fanden sie bei der Evangelisch-methodistischen Kirche in Portugal Menschen, die sich um sie kümmerten, ihnen halfen und ihnen auch Raum boten, Gottesdienste zu feiern und Gemeinde zu sein.

Aufgrund des Wachstums dieser Immigrantengemeinde musste letztes Jahr ein Umzug ins Auge gefasst werden. Ein geeigneter Raum wurde bald gefunden - was darin aber noch fehlte, war das geeignete Kirchenmobiliar. Im September 2006 wandte sich die Evangelisch-methodistische Kirche in Portugal an den Fonds «Mission in Europa», um Hilfe für die Beschaffung von Kirchenstühlen zu beantragen. Der Fonds «Mission in Europa», ein vom Europäischen Rat methodistischer Kirchen getragenes Instrument der gegenseitigen Solidarität und des Voneinander-Lernens, musste den Antrag mangels Finanzen zwar ablehnen. Dafür konnten im Sekretariat des Bischofs Dr. Patrick Streiff in Zürich die beiden Fäden zusammengeknüpft und die Transportvorbereitungen begonnen werden.

In dieser Woche wird nun das Kirchenmobiliar Richtung Süden gefahren, wo es in Lissabon seiner neuen Bestimmung übergeben wird. Und um das Bild der gelungenen Zusammenarbeit im Rahmen des europäischen Methodismus komplett zu machen: Die Transportkosten werden zu einem massgeblichen Teil von der Methodistenkirche in Grossbritannien übernommen (die seit 1996 autonome Evangelisch-methodistische Kirche in Portugal war vorher ein Distrikt der Britischen Konferenz, weshalb es heute immer noch sehr gute Beziehungen gibt).

Es werden nicht mehr Muttenzerinnen und Bassersdorfer sein, die sich künftig auf diese Kirchenstühle setzen. Und die Stühle werden in ihrem zweiten Leben andere Musik hören als in der Vergangenheit. Für die Immigranten aus Afrika werden sie aber vor allem ein Beweis dafür sein, dass das Grenzen überschreitende Zusammengehören innerhalb der methodistischen Familie nicht nur eine Theorie ist, sondern konkret erlebt werden kann.


Quelle: Urs Schweizer - Assistent des Bischofs Dr. Patrick Streiff

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