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EMKNI - 08.06.2007   Zurück zur Übersicht

Frankreich/Algerien: Auswirkungen des Religionsgesetzes in Algerien noch offen

Bernard Lehmann vertrat die EMK in Frankreich an der Jahreskonferenz[Credits] An der Jahreskonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) Schweiz-Frankreich in Zofingen berichteten Bernard Lehman, Sr. Vroni Hofer und Daniel Nussbaumer über die französischsprachigen Teile der Kirche in der Romandie, in Frankreich und Algerien.
Bernard Lehmann, Vorsitzender des Kirchenvorstandes (Comité Directeur) in Frankreich, sprach gegenüber des Schweizer Teils der Konferenz seinen herzlichem Dank für das massgebliche finanzielle Engagement zugunsten der französischsprachigen theologischen Ausbildung "Centre Méthodiste de Formation Théologique" (CMFT) in Lausanne aus. Dr. Michel Weyer teilte der Konferenz seinerseits seinen Rücktritt als Vorsitzender des Verwaltungsrates des CMFT mit. Grégoire Chahinian wurde als sein Nachfolger gewählt.
Das Ferienheim "Centre de vacances" in Landersen (Elsass) sei von einem Fall von sexuellem Kindsmissbrauch betroffen, berichtete Lehmann weiter. Das habe von den Verantwortlichen viel Kraft gefordert, um die betroffenen Kinder und Familien zu betreuen und um das verlorene Vertrauen wieder herzustellen.
Finanziell stehe das Ferienheim in Landersen auf wackeligen Beinen. Die vom Staat geforderte Einrichtung einer Feuermeldeanlage habe erhebliche Mittel verschlungen. Es wären etwa 2000 Übernachtungen mehr im Jahr nötig, um eine ausgeglichene Rechnung zu erreichen.
Sr. Vroni Hofer lebte und arbeitete ein Jahr in Algier. An der Konferenz schilderte sie drei wichtige Erfahrungen und Eindrücke: Die Frauen in Algerien sind für europäische Verhältnisse sehr eingeengt durch Traditionen und die Kultur des Landes. Das geht auch Christinnen so. Zugleich sind ihnen grosse Lasten in Landwirtschaft und Familie (viele Kinder!) aufgebürdet. Junge Menschen, die sich neu zum christlichen Glauben bekennen, werden oft von ihren muslimischen Familien ausgeschlossen oder müssen ihren Glauben verheimlichen. Nebst dem leben viele schwarzafrikanische Studenten fröhlich ihren christlichen Glauben in den Gemeinden der Kirchen von Algerien. Die evangelische Kirchen in Algerien sind im Vergleich zur Bevölkerung sehr klein. Trotzdem haben sie mit Tendenzen zur Spaltung zu kämpfen.
Der Vorsteher des französischsprachigen Schweizer Distrikts, Daniel Nussbaumer, ergänzte, dass die EMK in Algerien weiter wachse, wenn auch langsamer als in den letzten Jahren. Das zeige sich daran, dass sich die Anzahl der Gemeinden in den letzten Jahren von zehn auf 30 erhöht habe.
Viel zu reden gebe zur Zeit das neue Religionsgesetz in Algerien. Das Gesetz werde in der Evangelischen Kirche in Algerien gegensätzlich beurteilt. Die effektiven Auswirkungen würden erst in nächster Zeit sichtbar werden, wenn die Ausführungsbestimmungen formuliert und bekannt sind. Vom Staat wird darauf hingewiesen, dass dieses Gesetz „Auswüchse“, „Missbräuche“ bekämpfen wolle, wie sie in den letzten Jahren vorgekommen seien.



Quelle: Felix Wilhelm-Bantel

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