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EMKNI - 13.10.2007   Zurück zur Übersicht

Schweiz : Genfer Stadtpräsident besuchte einen EMK-Gottesdienst

Stadtpräsident Patrice Mugny bei der Latino-EMK in GenfDie Tribune de Genève berichtet in ihrer Ausgabe vom 8. Oktober 2007 über die Teilnahme des Stadtpräsidenten von Genf an einem Gottesdienst in der Latino-Gemeinde der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in Onex. Sein Besuch galt vor allem den Sans-Papiers, die Mitglied der Genfer EMK sind.
“Danke! Im Namen der Stadt, sage ich euch herzlich Dankeschön, weil ihr am Leben unserer Gemeinde teilhabt.” Der Genfer Stadtpräsident Patrice Mugny erntete laut dem Bericht in der Tribune de Genève donnernden Applaus, als er sich mit den „Papierlosen“ traf, die sich gegen Mittag in der methodistischen Kirche von Onex versammelten. „Es ist wirklich ungerecht, dass Leute wie ihr, die ihr eine wesentliche Aufgabe in der Hauswirtschaft unserer Stadt erfüllt, nicht anerkannt seid.“
Schätzungen zufolge leben rund 5000 Personen, zum grossen Teil Frauen aus Lateinamerika und den Philippinen, in Genf ohne Arbeits- oder Niederlassungsbewilligung. Am 7. Oktober waren es denn auch vor allem Frauen, einige mit ihren Kindern, die am EMK-Gottesdienst teilnahmen. „Ein warmer Gottesdienst, von vielen Liedern untermalt, der die Teilnehmenden für eine kurze Zeit ihre Angst vor der Festnahme vergessen liess“, schrieb die Tribune. Die „Verborgenen“ fühlten sich offensichtlich wohl hier in der lateinamerikanischen EMK-Gemeinde, die zur Zeit der ersten Flüchtlinge aus Chile im Lauf der 70er Jahre gegründet worden war. „Und dieser Sonntag hat offensichtlich all diesen Menschen ohne legalen Status neuen Mut gegeben.“
Stadtpräsident Patrice Mugny nutzte während des Gottesdienstes die Gelegenheit, die Forderung der Kantonsregierung nach einer Legalisierung der „Papierlosen“ zu wiederholen. Im Januar 2005 war die Exekutive des Kantons Genf beim Bundesrat vorstellig geworden, um eine einmalige Legalisierung von Hausangestellten im Kanton Genf zu beantragen. Der Bundesrat ist bis heute nicht auf diese Forderung eingetreten. Mugny wies gleichzeitig darauf hin, dass immerhin einige Verbesserungen für die Sans-Papiers in Genf erreicht werden konnten. Sie haben heute ungehinderten Zugang zu den Dienstleistungen des Gesundheitswesens und ihre Kinder haben Anrecht auf Unterricht an staatlichen Schulen, sowohl während der obligatorischen Schulzeit als auch an weiterführenden Schulen. Noch nicht erfüllt sei die Forderung, sagte Mugny, dass papierlose Jugendliche zu einer Berufslehre Zugang haben. „ In der Schweiz werden Hunderte, wenn nicht Tausende von Jugendlichen, die hier aufgewachsen sind, zur Schwarzarbeit gezwungen, da ihnen keine Berufslehre offen steht.“


Quelle: Tribune de Genève, Roswitha Golder (Übersetzung), Barbara Streit-Stettler

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