Alte Version dieser Seite EMKNI en français
-
EMKNI - 15.10.2007   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Carl Lutz hatte einen methodistischen Glaubenshintergrund

Carl Lutz rettete als Schweizer Vizekonsul in Budapest während des Zweiten Weltkriegs 62’000 Juden das Leben. Anlässlich einer Gedenkausstellung an der Uni Zürich, die noch bis kommenden Donnerstag offen ist, wurde auch bekannt, dass Lutz einen methodistischen Glaubenshintergrund hatte.
Carl Lutz (1895-1975) war während des Zweiten Weltkriegs Schweizer Vizekonsul in Budapest. Ab Mai 1944 stellte er für Tausende von ungarischen Juden, die auswandern wollten, Schutzpässe und Schutzbriefe aus. Er rettete so rund die Hälfte aller überlebenden ungarischen Juden vor den deutschen Vernichtungslagern. Nach dem Krieg rügten ihn seine Schweizer Vorgesetzten wegen Kompetenzüberschreitungen. Später wurde er nicht nur in Israel und Ungarn, sondern auch in der Schweiz geehrt.
In seiner Biografie scheint mehrere Mal sein methodistischer Hintergrund durch. So schreibt Theo Tschuy in seinem Buch „Carl Lutz und die Juden von Budapest“, seine Mutter Ursula Lutz sei "eine der Hauptstützen der methodistischen Zweiggemeinde in Walzenhausen" gewesen. In einem Beitrag über die Gedenkausstellung in Zürich im „Rendez-vous am Mittag“ auf DRS 1 wurde seine Tochter zitiert, dass ihr Vater Methodisten-Prediger werden wollte, „aber zu schüchtern war". Lutz sei ein tiefgläubiger Mensch gewesen, sagt die Organisatorin der Ausstellung an der Uni Zürich, Helena Kanyar. In den 30er-Jahren habe er die biblischen Stätten in Palästina besucht und diese in der Korrespondenz mit seiner Familie detailliert beschrieben.

Die Ausstellung unter dem Titel „Visa retten Leben: Carl Lutz und die Rettung von 62 000 Budapester Juden“ ist noch bis am kommenden Donnerstag, 18. Oktober 2007, offen. Ort: Universität Zürich Zentrum, Rämistrasse 71, 8006 Zürich, Raum: D 49 (Lichthof)
Details unter http://www.agenda.unizh.ch/record.php?event_id=5077.



-----------
Veröffentlichung nur mit Quellenangabe "EMK News" gestattet!
Bitte senden Sie Ihre Bemerkung an die folgende Mailadresse:
"emknews-redaktion at umc-europe punkt org"