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EMKNI - 05.09.2007   Zurück zur Übersicht

Rumänien: Forderung nach tiefer greifendem Glauben

[Credits] Gestern Dienstag, 4. September 2007, wurde in Sibiu/Rumänien die 3. Europäische Ökumenische Versammlung mit einer Willkommensfeier eröffnet. «Sibiu ist eine relativ kleine Stadt, aber sie ist mit allen Herausforderungen der heutigen Zeit konfrontiert», stellte Monsignore Aldo Giordano, Generalsekretär des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen der Römisch-katholischen Kirche (CCEE), anlässlich einer Pressekonferenz fest. Und so sollen denn auch an der von der CCEE und der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) verantworteten Tagung verschiedene dieser Herausforderungen angesprochen werden: die Begegnung zwischen Ost und West, die Auswirkungen der Säkularisierung in Europa, aber auch die kirchlichen Selbstverständnisse inmitten des Skandals christlicher Trennung. Monsignore Giordano gab zu: «Manchmal ist das, was in Europa Christentum genannt wird, sehr oberflächlich und vorwiegend kulturell bedingt. In Sibiu bezeugen wir eine viel tiefer gehende Dimension unseres Glaubens.»

Pastor Jean-Arnold de Clermont, Präsident der KEK, brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass die Resultate der Versammlung «so konkret wie möglich» sein würden - und dies in Gebieten wie dem CO2-Ausstoss, der Weitergabe des Evangeliums in einer pluralistischen Welt und den europäischen Haltungen gegenüber der Migration. «Migranten werden in vielen unserer Länder als Kriminelle behandelt», stellte er fest. «Dies darf nicht toleriert werden. Was also werden die Kirchen tun?»

Venerable Colin Williams, der Generalsekretär der KEK, bestätigte dies und fügte an, dass ein gewünschtes Resultat der Versammlung in Sibiu sei, dass Christen «in ihre Länder zurückkehrten und im positiven Sinn zu einem Störfaktor würden». Er brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass die Christen an die Türen der politischen Meinungsmacher klopften und darauf beharrten, dass «die Kirche präsent ist, und dass wir zu den Fragen der Gegenwart etwas zu sagen haben.» De Clermont bekräftigte, dass die ökumenische Bewegung in der Spiritualität, in gemeinsamem Gebet, Bibelstudium und Gottesdienst sowie auch im gemeinsamen Handeln wurzeln müssten. «Wir tun dies alles schon heute», beobachtete er, «aber wir tun es noch zuwenig.»

Während der Pressekonferenz stellten Reporter Fragen zum Dokument der Glaubenskongregation bezüglich der Lehre über die Kirche, das im Juli 2007 grosse Kontroversen auslöste. De Clermont brachte zum Ausdruck, dass dieses Dokument nicht eine protestantische Sicht von der Kirche wiederspiegeln würde, er bestätigte aber auch den Standpunkt Giordanos, dass die Aussagen nichts Neues seien, und dass ihnen auch nicht zu viel Gewicht zugemessen werden sollte. De Clermont schloss: «Das ökumenische Leben entspringt nicht der Spitze, sondern der Basis der Kirche.»

Unter den zahlreichen Delegierten aus vielen Ländern und Kirchen sind auch einige Vertreterinnen und Vertreter der Evangelisch-methodistischen Kirche in Mittel- und Südeuropa:

Bischof Dr. Patrick Streiff (Schweiz), Pfarrer Sven Büchmeier (Schweiz), Stefan Langenegger (Schweiz), Pfarrer Daniel Topalski (Bulgarien), Pfarrer Novica Brankov (Serbien), Superintendent Istvan Csernak (Ungarn), Pastorin Laura Trent (Österreich), Martin Siegrist (Österreich), Gerhard Weissenbrunner (Österreich) und Filip Jandovsky (Tschechische Republik).


Quelle: EMKNI/Konferenz Europäischer Kirchen

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