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EMKNI - 10.09.2007   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Tradition, Vernunft und Erfahrung gehören zur Bibelauslegung

Unter dem Titel „Allein die Schrift? Vor allem die Schrift!“ setzt sich „Kirche und Welt“, die Mitgliederzeitschrift der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in der Schweiz, mit dem methodistischen Bibelverständnis auseinander. Dieses bleibt nicht beim „Allein die Schrift“ stehen, das von den Reformatoren postuliert wurde, sondern bezieht als drei weitere „Normen“ die Tradition, die Vernunft und die Erfahrung in die Auslegung der Bibel mit ein. Der Theologieprofessor Egon W. Gerdes ruft dabei in der eben erschienenen September-Ausgabe in Erinnerung, dass Kirchengründer John Wesley mit „Vernunft“ nicht den zentralen Begriff der Aufklärung, sondern den gesunden Menschenverstand gemeint habe. In diesem Sinne gebe die Schrift nach Wesley das Zeugnis ihrer Wahrheit in die menschliche Erfahrung hinein. Weiter berichtet der EMK-Pfarrer aus Gelterkinden, Markus da Rugna, über seine positiven Erfahrungen mit dem „Bibel-Teilen“. Die Methode, die in südafrikanischen Basisgemeinden entwickelt wurde, baut auf das gemeinsame Hören auf Gott durch einen Bibeltext. „Es geht um die Erfahrung mit dem Wort Gottes, die berührt und uns zum Handeln führt.“ Marc Nussbaumer, EMK-Pfarrer in Hunzenschwil, befasst sich in einer Bibelauslegung mit dem „verwirrenden“ Umgang von Jesus mit dem Gesetz und den Propheten. Wer mit Jesus lebe, nehme die Bibel nicht wörtlich, sondern ernst, betont Nussbaumer.
Seit diesem Jahr wird „Kirche und Welt“ nicht mehr über Abonnementsbeiträge, sondern über Spenden finanziert. Der Zeitschrift wurde 2007 zweimal ein Spendenbrief mit Einzahlungsschein beigelegt, worauf bislang 124'000 Franken Spenden eingingen. Urs Bangerter, Präsident der Herausgeberkommission von „Kirche und Welt“, ist zuversichtlich, dass bis Ende Jahr die 180'000 Franken budgetierten Einnahmen erreicht werden, so dass die Zeitschrift selbsttragend sein wird.
Im letzten Jahr hatte der Kirchenvorstand der EMK Schweiz ein neues Konzept für „Kirche und Welt“ verabschiedet. Die bislang abonnierte Zeitschrift mit sinkender Auflage wurde in ein monatlich erscheinendes Mitgliederorgan umgewandelt. Dabei wurde festgelegt, dass „Kirche und Welt“ als Informations- und Meinungsbildungsforum und der Auseinandersetzung mit Glaubensfragen dienen soll. Zudem soll sie dazu beitragen, die Leistungen, Werte und Identität der EMK nach innen und nach aussen zu kommunizieren. Die Vielfalt der EMK soll dabei zum Tragen kommen. „Kirche und Welt“ hat momentan eine Auflage von knapp 7000 und wird von Sigmar Friedrich redigiert.


Quelle: Barbara Streit-Stettler, Kommunikationsbeauftragte der EMK in der Schweiz

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