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EMKNI - 02.04.2008   Zurück zur Übersicht

USA: Friedenspreis des World Methodist Council für Schwester Helen Prejean

Schwester Helen Prejean, eine katholische Nonne, die zu einem Symbol für den Widerstand gegen die Todesstrafe geworden ist, erhält am heutigen 2. April 2008 in New Orleans den diesjährigen Friedenspreis des Weltrates methodistischer Kirchen (World Methodist Council/WMC).

Pfarrer George Freeman, Generalsekretär des WMC, bezeichnete Prejeans «Engagement für die Abschaffung der Todesstrafe in den USA, ihren Dienst für Gefängnisinsassen und deren Angehörige sowie ihren Dienst für die Familien der Opfer» als Schlüsselfaktoren für die Wahl zur diesjährigen Preisträgerin des WMC-Friedenspreises.

Die heute 68-jährige Schwester Helen Prejean schloss sich im Jahr 1957 den Schwestern von «St. Joseph of Medaille» an und arbeitete als Lehrerin und Direktorin für religiöse Erziehung in New Orleans. 1981, nachdem sie ihr Leben dem Dienst für die Armen geweiht hatte und in der Gefangenenseelsorge aktiv geworden war, begann sie, mit Patrick Sonnier zu korrespondieren. Dieser war für schuldig befunden worden, zwei Teenager getötet zu haben. Schwester Helen Prejean wurde Sonniers Seelsorgerin und begleitete ihn bis zur Hinrichtung im Jahr 1984. Ihr inzwischen in zehn Sprachen übersetztes Buch «Dead Man Walking – ein Augenzeugenbericht über die Todesstrafe in den USA» diente 1995 als Grundlage für den preisgekrönten Film «Dead Man Walking» mit Susan Sarandon und Sean Penn in den Hauptrollen. In ihrem zweiten Buch «Der Tod von Unschuldigen — ein Augenzeugenbericht über unrechtmässige Exekutionen», das 2004 erschien, schrieb sie anhand der Geschichte zweier Männer, die sie ebenfalls bis zur Hinrichtung begleitete und von deren Unschuld sie überzeugt war, über das System der Todesstrafe in den USA.

Ihr heutiges Engagement gilt nicht nur der Begleitung von Häftlingen, die zum Tod verurteilt worden sind, und dem Dienst für die Familien von Mordopfern. Schwester Helen Prejean kämpft auch für die Abschaffung der Todesstrafe in den USA und setzt sich als Ehrenvorsitzende der Gruppe «Moratorium Campaign» für ein weltweites Moratorium der Todesstrafe ein.

Der Friedenspreis des WMC wird seit 1977 jährlich an Einzelpersonen oder Gruppen verliehen, welche auf eine besondere Weise einen Beitrag zu Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung geleistet haben. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem Anwar Sadat, Jimmy Carter, Michail Gorbatschow und Nelson Mandela. Auch zwei Personen der Evangelisch-methodistischen Kirche in Mittel- und Südeuropa wurde der Friedenspreis schon verliehen: dem bulgarischen Superintendenten Zdravko Bezlov im Jahr 1992 und dem makedonischen Präsidenten Boris Trajkovski im Jahr 2002.

Zum Weltrat methodistischer Kirchen gehören 74 Mitgliedskirchen mit rund 75 Millionen Mitgliedern und Freunden in über 130 Ländern.


Quelle: United Methodist News Service

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