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EMKNI - 07.04.2008   Zurück zur Übersicht

Weltweit: 100 Jahre soziales Bekenntnis der EMK

Die Evangelisch-methodistische Kirche (EMK) feiert in diesem Jahr das 100-jährige Jubiläum ihres sozialen Bekenntnisses: 1908, an der weltweiten Generalkonferenz in Baltimore (USA), verabschiedeten die EMK-Delegierten eine erste Fassung. Damaliger Schwerpunkt waren die Auswüchse der Industrialisierung und die unmenschlichen Arbeitsbedingungen, die damit zusammenhingen. Das 11-Punkte-Programm forderte unter anderem die Abschaffung der Kinderarbeit, einen arbeitsfreien Tag pro Woche und einen Lohn „jeder Industriearbeit, der zum Leben ausreicht“.

Wie der emeritierte Theologieprofessor Manfred Marquardt in der neusten Ausgabe der EMK-Zeitschrift „Kirche und Welt“ schreibt, hätten die Methodisten noch vor den sozial engagierten Theologen Karl Barth und Leonhard Ragaz „hinzusehen begonnen“. Ihnen sei immer deutlicher bewusst geworden, dass sie „nicht an Gottes Liebe zu allen Menschen glauben und zugleich das Schicksal der Menschen in Not übersehen“ könnten. 1907 wurde in Washington D.C. der „Methodistische Verbund für sozialen Dienst“ gegründet, der kurz nach seiner Entstehung sogar von Präsident Theodor Roosevelt im Weissen Haus empfangen wurde. Mit dem sozialen Bekenntnis trug der Verbund sein Anliegen in die Gesamtkirche und löste nicht nur innerhalb der EMK eine weitreichende Wirkung aus: Der Nationalrat der christlichen Kirchen in Amerika nahm wenige Monate nach der EMK-Generalkonferenz einen fast gleich lautenden Text an.

1912, 1932 und 1952 wurde das soziale Bekenntnis erweitert und wesentlich umgearbeitet. Eine starke Veränderung erfuhr es 1968, als es in zwei Texte mit verschiedenen Stossrichtungen aufgeteilt wurde: das „soziale Bekenntnis“ sollte vorwiegend dem gottesdienstlichen Gebrauch dienen, die „sozialen Grundsätze“ gingen detaillierter auf die unterschiedlichen Themenbereiche ein und sollten bei Bedarf auch regelmässig aktualisiert werden. An der Generalkonferenz 2008, die vom 23. April bis 2. Mai in Texas stattfindet, werden die Delegierten wiederum über eine völlige Überarbeitung befinden. Ziel dieser Neufassung ist es, dass das soziale Bekenntnis wieder vermehrt im Gottesdienst zum Einsatz kommt. Verschiedene Musiker haben sogar eine singbare Version des Textes erarbeitet. Neu ist auch, dass die Methodistischen Kirchen ausserhalb der USA sehr stark in den Erarbeitungsprozess mit einbezogen wurden. So fand am 5. und 6. März 2007 eine Konsultation für die Europäer in Oslo statt.

Weitere Informationen zum „sozialen Bekenntnis“:
Ausschuss „Kirche und Gesellschaft“ der EMK Schweiz-Frankreich
General Board of Church and Society of The United Methodist Church
Die April-Ausgabe von „Kirche und Welt“ kann bestellt werden bei: barbara.streit@umc-europe.ch


Quelle: Barbara Streit-Stettler

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