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EMKNI - 04.02.2008   Zurück zur Übersicht

Kenia: Methodisten kümmern sich um Flüchtlinge

Karte von KeniaBisher haben die in Kenia ausgebrochenen Unruhen 800 Menschen das Leben gekostet. Zwar haben sich die Kontrahenten unter Vermittlung der UNO unterdessen auf einen Plan zur Beendigung des blutigen Konflikts geeinigt. Experten befürchten allerdings, dass die Welle der Gewalt nicht sofort gestoppt werden kann. Die Methodistische Kirche Kenias (MCK) hat begonnen, sich um die zahlreichen Flüchtlinge zu kümmern.

Die Deutsche Missionarin Claudia Freund widmet sich seit ihrer Rückkehr aus dem Heimaturlaub Anfang Januar vor allem der Unterstützung der Vertriebenen und Flüchtlinge. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit der MCK Kenias, deren Vorsitzender Bischof Stephen Kanyaru sie speziell um diesen Dienst gebeten hat. Claudia Freund schreibt vergangene Woche in einer E-Mail an die EMK-Weltmission in Deutschland: „Die Situation bleibt angespannt und scheint auch schwieriger zu werden.“ Die Vertreibung, das Töten gehe weiter und verlagere sich auf andere Städte in Westkenia. „Bei uns ist nach wie vor noch alles ruhig. Aber im Westen Kenias muss es schlimm aussehen. Straßen werden blockiert, so dass keine Hilfe mehr zu den Flüchtlingen gelangen kann. In Nairobi werden die Kikuyus bedroht, ihre Geschäfte und Mietshäuser werden angesteckt“, schreibt Claudia Freund weiter, die unter normalen Umständen als Ergotherapeutin am methodistischen Krankenhaus und im Zentrum für die Arbeit mit behinderten Menschen in Maua arbeitet. Betroffen sei auch Ouma Makora, der Direktor des Behindertenzentrums in Maua. Seine Frau und sein Kind lebten zur Miete bei Kikuyus Jetzt hätten sie Angst und wüssten nicht, was sie tun sollten. Weiter seien auch die Studenten der Krankenpflegeschule indirekt betroffen: Sie sollten diese Woche ihre Prüfungen ablegen, diese seien verschoben worden, da sie landesweit zugleich stattfinden müssten und die Studierenden im Westen Kenias noch nicht in ihre Schulen zurückkehren konnten.

Ebenfalls vergangene Woche haben Claudia Freund und Bischof Kanyaru mit einem Hilfstransport der methodistischen Kirche ein Flüchtlingslager in Nakuru besucht. Dort lebten bei ihrem ersten Besuch eine Woche früher noch 2500 Menschen. Nun sind es 8000. Allein im Nakuru Distrikt gibt es über 200’000 Flüchtlinge.

Zurzeit ist auch eine internationale Delegation des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) in Kenia, um den Kirchen im Land, die sich inmitten der eskalierenden Gewalt aktiv für Frieden einsetzen, ihre Solidarität zu bekunden. Der Generalsekretär des ÖRK, der aus Kenia stammende methodistische Pfarrer Sam Kobia sagt: „Mein Land ist nicht wieder zu erkennen.“


Quelle: Thomas Kemper, EMK-Weltmission

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