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EMKNI - 26.02.2008   Zurück zur Übersicht

Bulgarien: Zum Tod von Zdravko Bezlov vor 15 Jahren

Was Bulgarien nicht vergessen darf!

Bulgarien will heute mit der Hilfe von Russland ein neues Atomkraftwerk bei Belene an der Donau bauen. Belene war der Ort, wo der kommunistische Staat die religiösen Dissidenten in einem Lager unter menschenunwürdigen Verhältnissen gefangen hielt. Davon spricht heute niemand mehr. Man will die «alten Geschichten» nicht mehr aufwärmen. Als Evangelisch-methodistische Kirche sind wir jedoch dazu verpflichtet, das Schicksal der Väter im Glauben nicht in der Vergangenheit versinken zu lassen.

Zdravko Bezlov gehörte zu jenen bulgarischen Pastoren, welche Ende der Vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts vom Staat wegen ihres Glaubens verfolgt und als Spione und Verräter abgeurteilt wurden. Er hatte nach seiner Berufung in den Dienst der Kirche eine Ausbildung am Predigerseminar der damaligen Methodistenkirche in Frankfurt am Main absolviert. Zdravko Bezlov war ein intellektuell und sprachlich sehr begabter Student. 1947 bekam er seine erste Dienstzuweisung als Pastor an die Dr. Long-Kirche in Sofia. Im Prozess gegen die Pastoren wurde auch er widerrechtlich verurteilt und verbrachte darauf 14 Jahre im Gefängnis und in Arbeitslagern. Als er sich bei seiner Entlassung weigerte, mit dem Staat zusammen zu arbeiten und damit die Kirche zu verraten, musste er in der Verbannung als Hafenarbeiter sein Leben fristen. Später wurde er wegen seiner Sprachbegabung zu Dolmetscherdiensten herbeigezogen.

1990 wurde Zdravko Bezlov nach der politischen Wende in Bulgarien aufgrund einer Empfehlung durch die anderen ehemaligen Pastoren von Bischof Heinrich Bolleter zum Superintendenten der Evangelisch-methodistischen Kirche in Bulgarien ernannt. Er kämpfte für die staatliche Anerkennung der Kirche und setze sich für eine Wiederherstellung der vom Staat aufgehobenen Gemeinden ein.

1992 wurde ihm der Friedenspreis des Weltrates methodistischer Kirchen verliehen.

Zdravko Bezlov starb am 26. Februar 1993 mitten aus der Arbeit heraus in seinem Büro in Sofia.

In der Dr. Long-Kirche in Sofia wird am Sonntag, 2. März 2008, in einem Gedächtnisgottesdienst seiner gedacht.


Quelle: Bischof i.R. Heinrich Bolleter

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