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EMKNI - 21.01.2008   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Geld als Herausforderung für den Glauben

„Wie viel ist genug?“ Mit dieser unbequemen Frage zum allgegenwärtigen Thema Geld fordert die Zeitschrift der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) „Kirche und Welt“ in ihrer Januar-Nummer Leserinnen und Leser heraus. Den Teufelskreis der Verschuldung in seinen verschiedenen Facetten beleuchtet Martina Läubli, Mitglied des Lateinamerika-Ressorts des EMK-Netzwerks für Diakonie und Mission „Connexio“, in einem Grundsatzartikel. „Der Schuldendienst frisst bis zu 20% des Staatshaushaltes der ärmsten Länder und übersteigt beispielsweise die Ausgaben für Bildung bei weitem.“ Dieses Geld fehle, so Läubli, beim Ausbau der sozialen Infrastruktur und bei nachhaltigen Investitionen. Auf diese Weise zementiere das Finanzsystem Ungerechtigkeiten zwischen armen und reichen Ländern. Nicht nur in den Ländern der Dritten Welt habe sich das Geld weit vom Arbeitswert entfernt. „Sein Wert wird von komplexen, für Laien undurchschaubaren Mechanismen bestimmt.“ Die befreiende Perspektive des Evangeliums helfe aber, Geld nicht als Selbstzweck zu sehen, sondern sich zu fragen: Wozu? Wem soll es dienen? Und: Wie viel ist genug? Konkret rät Läubli zu nachhaltigen Geldanlagen, dem Kauf von Max Havelaar-Produkten und der Wahl von Politikerinnen und Politikern, die sich für die Entschuldung der armen Länder einsetzen.

Eigentlich ärgere es sie, dass das Gleichnis vom „gerissenen Verwalter“ in der Bibel (Luk 16,1-8) stehe, schreibt die Pfarrerin der EMK-Gemeinde in St. Gallen, Sr. Christa Frey, in ihrer Bibelauslegung. Ein Mensch werde von Jesus gelobt, der offensichtlich betrüge. Indem er aber seinen Schuldnern einen Teil ihrer Schuld erlasse, korrigiere er eigentlich Unrecht, das er früher im Einverständnis mit seinem Chef begangen habe, schreibt Frey weiter und verweist auf die Gebote Gottes im 3. Mose: Sie verbieten die Verzinsung und legen fest, dass alle 50 Jahre Land, das verkauft werden musste, wieder an den ursprünglichen Besitzer zurückgegeben werden muss.

Weiter berichtet Peter Binder von seiner Arbeit im Rat für Finanzen und Administration der weltweiten EMK und es wird auf die Predigt „Vom rechten Gebrauch des Geldes“ des EMK-Gründers John Wesley verwiesen, die bis heute nichts an Aktualität eingebüsst hat.

Die Januar-Nummer von „Kirche und Welt“ kann bestellt werden bei: barbara.streit@umc-europe.org


Quelle: Barbara Streit-Stettler, Kommunikationsbeauftragte

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