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EMKNI - 29.01.2008   Zurück zur Übersicht

Deutschland: Methodistisches Bibelverständnis im idea Spektrum

Professor Roland GebauerIn der neusten Ausgabe der Zeitschrift „idea Spektrum“ befasst sich ein Schwerpunktbeitrag mit dem Bibelverständnis. Auch im evangelikalen Spektrum gebe es eine grosse Bandbreite zu diesem Thema, schreibt idea. Um dies zu illustrieren, lässt die Zeitschrift als „liberalen“ Vertreter den Neutestamentler Roland Gebauer, der am Theologischen Seminar in Reutlingen lehrt, zu Wort kommen. Sein „traditionell evangelikaler“ Gegenpart ist Helge Stadelmann, Rektor der Freien Theologischen Akademie (FTA) in Giessen.

Gebauer zeigt drei Inspirationsverständnisse auf, die sich innerhalb der theologischen Tradition durchgesetzt hätten und alle die „göttliche Herkunft und Autorität der Bibel“ sichern wollten. Trotz dieses gemeinsamen Ziels gebe es innerhalb der evangelikalen Bewegung beachtliche Unterschiede. Einerseits sei eine zum Fundamentalismus tendierende Schriftauffassung vorhanden, die alle „biblischen Inhalte bis hin zum Wortlaut als inspiriert ansieht“. Dies habe die Konsequenz, dass die Bibel in allen ihren Aussagen als unfehlbares und irrtumsloses Wort Gottes von absoluter Verbindlichkeit gilt, erläutert der Hochschuldozent. Bibelkritik werde da in jeder Form strikt abgelehnt. Am andern Pol des Spektrums würden die Aspekte des Menschlich-Geschichtlichen theologisch weitaus stärker gewichtet. Auch hier gelte die Bibel als Gottes Wort. Aber weil dieses Wort nicht anders als in menschlich-geschichtlicher Gestalt vorliege, erfordere es auch einen kritischen Zugang, unterstreicht Gebauer. Dabei sei Kritik nicht als Negation oder Bestreitung zu verstehen, sondern im Sinne der ursprünglichen Bedeutung des Wortes als Differenzierung und Beurteilung.

Gebauer selbst bekennt sich zur „Personalinspiration“: „Die biblischen Schreiber sind als Personen von Gott beziehungsweise seinem Geist geleitet worden.“ Die biblischen Texte seien also zugleich Produkte des göttlichen und des menschlichen Geistes. Der Professor der deutschsprachigen Ausbildungsstätte der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) verweist auf das Bekenntnis der Evangelischen Allianz zur „göttlichen Inspiration der Heiligen Schrift, ihrer völligen Zuverlässigkeit und höchsten Autorität“. Aus der Bibel „können wir zuverlässig alles erkennen, was der Beantwortung und existentielle Umsetzung“ bei Fragen des Glaubens und der Nachfolge diene, betont Gebauer. Gleichzeitig brauche es aber die „Inspiration unsererseits“, was die Leitung des Heiligen Geistes beim Verstehen und „Befolgen“ der Bibel bedeute.

Weitere Hinweise zu Idea Spektrum finden sie unter: www.ideaschweiz.ch



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