Alte Version dieser Seite EMKNI en franšais
-
EMKNI - 09.07.2008   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Stellungnahme des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes zur Minarett-Initiative

Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK), dem die Evangelisch-methodistische Kirche seit 1922 angehört, bezeichnet die gestern eingereichte Minarett-Initiative als untauglichen Versuch , den Herausforderungen einer pluralistischen Gesellschaft zu begegnen. Recht darf nicht als Ausgrenzungsinstrument missbraucht werden. Im Kern geht es der Initiative nicht um religiöse Bauten, sondern den Umgang mit der muslimischen Bevölkerung in unserer Gesellschaft.

Sorgen wahrnehmen
Der SEK nimmt die Sorgen in der Bevölkerung wahr. Der gesellschaftliche Wandel verunsichert viele Menschen. Neue Erfahrungen treten zu den vertrauten hinzu. Fremde Menschen und Lebensweisen fordern heraus. Wer aber auf den Verlust des Vertrauten mit der Propagierung eines Sündenbocks antwortet, macht es sich zu einfach. Vielmehr müssen die Befürchtungen und das Misstrauen sorgfältig identifiziert und vorurteilsfrei angesprochen werden.

Pluralismus jenseits von «Wir» und «Sie»
Eine lebendige, offene Gesellschaft lässt sich nicht in «Wir» und «Sie» aufteilen. Genauso wenig gibt es die eine Religion und die eine Kultur. Die Lebensweisen, Haltungen und Überzeugungen von muslimischen Immigrantinnen und Immigranten sind ebenso vielfältig wie diejenigen der Schweizerinnen und Schweizer.

Integration ernst nehmen
Der SEK nimmt die Integration ernst. Gesellschaftlicher Zusammenhalt entsteht allein im Zusammenleben. Die gegenseitige Bereitschaft, jeden Menschen in seiner Eigenart, seiner kulturellen und religiösen Prägung zu respektieren, schafft vertraute Verhältnisse. Integration passiert jedoch nicht von heute auf morgen.

Integration geht alle an
Gelingende Integration ist keine Einbahnstrasse. Alle Mitglieder der Gesellschaft sind gleich gefordert: den Kontakt zu suchen, sich respektvoll zu begegnen sowie wechselseitige Vorurteile abzubauen. Auseinandersetzungen müssen geführt werden, aber in einer fairen Haltung gegenüber der jeweils anderen Position.

All diese Voraussetzungen für eine gelingende Integration werden durch die Volksinitiative gegen den Bau von Minaretten ausgeblendet. Deshalb kann sie nicht halten, was sie verspricht.


Quelle: Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund (SEK)

-----------
Ver÷ffentlichung nur mit Quellenangabe "EMK News" gestattet!
Bitte senden Sie Ihre Bemerkung an die folgende Mailadresse:
"emknews-redaktion at umc-europe punkt org"