Alte Version dieser Seite EMKNI en français
-
EMKNI - 18.06.2008   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Bischof Streiff an der Abgeordnetenversammlung des SEK

Bischof Patrick StreiffDie Sommer-Abgeordnetenversammlung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) tagte vom 15. bis 17. Juni in Bellinzona. Dabei wurde auf das vergangene Jahr zurückgeblickt und Jahresbericht und Jahresrechnung genehmigt. Zudem wurde der Generaldirektor von Nestlé Schweiz, Roland Decorvet, als Mitglied des Stiftungsrates des Hilfswerks Evangelischer Kirchen Schweiz HEKS gewählt. Neben seiner internationalen Erfahrung seien vor allem das bisherige berufliche, kirchliche und soziale Engagement von Decorvet „glaubwürdiger Grund für seine Wahl“, so der Präsident des Rates SEK, Thomas Wipf.

Im Laufe der Versammlung richtete der Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK), Patrick Streiff, ein Grusswort an die Abgeordneten. Anhand einer Landkarte nahm der Bischof seine Zuhörerinnen und Zuhörer auf einen Rundgang in die 14 Länder seines Sprengels mit. Er zeigte dabei die unterschiedliche Zusammenarbeit mit den anderen evangelischen Kirchen in den einzelnen Ländern auf. Patrick Streiff hob auch die Fortschritte hervor, die durch die Zusammenarbeit innerhalb der Gemeinschaft evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) erzielt worden sind. Weiter berichtete er über Erfahrungen im interreligiösen Zusammenleben in seinem Bischofsgebiet, insbesondere unter Christen und Muslimen. Abschliessend wies er auf das Studiendokument „Zum Schutz der Schöpfung“ des Bischofsrates der weltweiten EMK hin, das in einer Aktualisierung die drei grössten Gefährdungen für die Menschheit von heute behandeln wird: die nukleare Bewaffnung, die Umweltgefährdung (Erderwärmung) und die Armut.

Dick Marty, der erste und bisher einzige protestantische Tessiner im Ständerat, verband in seinem Referat sein Engagement im Europarat mit seiner Prägung in der protestantischen Exilgemeinde Luganos. Die dort früh erfahrene Ausgrenzung habe ihn unter anderem gelehrt, auch einen einsamen Kampf nicht zu scheuen. «Auch wenn er von Anfang an verloren scheint, muss ein Kampf, von dessen Gerechtigkeit man überzeugt ist, dennoch geführt werden.» Die Bedrohung durch Fundamentalismus und Terrorismus habe zu einer allgemeinen Abwertung der Werte der Menschlichkeit geführt. Die Kirche hätte zwar nicht das Monopol über die ethischen Werte, doch sie habe -zusammen mit anderen sozialen Akteuren- eine Wächterfunktion über das Wertesystem, das schlussendlich Menschlichkeit ausmache.

Die EMK ist Mitglied des SEK. In der Abgeordnetenversammlung ist sie durch den Distriktsvorsteher Markus Bach und die Pfarrerin Andrea Brunner-Wyss vertreten.


Quelle: SEK, Barbara Streit-Stettler

-----------
Veröffentlichung nur mit Quellenangabe "EMK News" gestattet!
Bitte senden Sie Ihre Bemerkung an die folgende Mailadresse:
"emknews-redaktion at umc-europe punkt org"