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EMKNI - 03.05.2008   Zurück zur Übersicht

Bolivien: Kirchen rufen zur Einheit auf

Teilete in der EMK BoliviensBolivien steht vor einer Zerreissprobe: Morgen Sonntag findet in der Provinz Santa Cruz im östlichen Tiefland eine Abstimmung über deren Autonomie statt, die zur endgültigen Spaltung des Landes führen könnte. In einem Brief, der unter anderem auch von der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in Bolivien unterzeichnet wurde, rufen die evangelischen Kirchen und Organisationen nun kurz vor der Abstimmung zur Einheit des Landes auf.

In der Provinz Santa Cruz befindet sich ein grosser Teil der Erdgasvorkommen, über die die lokale wirtschaftliche Elite nun selbständig verfügen will. Deshalb strebt sie die Abspaltung der Provinz von Bolivien an. Dagegen setzen sich die Kirchen zur Wehr und verurteilen, dass „das Recht auf Autonomie als Vorwand dazu benutzt wird, Ländereien anzuhäufen und die indigenen Völker im östlichen Bolivien zu unterjochen“. Sie rufen die Bevölkerung Boliviens auf, sich am Abstimmungstag auf den Plätzen überall im Land zu versammeln und für den Frieden und die Einheit Boliviens zu beten.

Auch Andreas Stämpfli, Geschäftsführer des Netzwerks für Mission und Diakonie „Connexio“ der EMK Schweiz, bittet in einer Mailnachricht die Schweizer Kirchenglieder um Gebet für Bolivien. Diese Autonomie-Abstimmung „ist ein starker Affront gegen die Regierung von Evo Morales und gegen die ärmere Bevölkerung auf dem bolivianischen Hochland“, schreibt Stämpfli. Connexio pflegt eine enge Beziehung zur EMK in Bolivien und unterstützt sie bei verschiedenen Projekten. Vom 3. bis 18. April 2008 weilte eine 15-köpfige Reisegruppe aus der Schweiz in Bolivien und liess sich vor Ort über die schwierige politische Situation des Landes orientieren. Im monatlichen Rundbrief von Connexio heisst es, dass im aktuellen Konflikt auch die katholische Kirche eine „spezielle Rolle“ spiele. Am 17. April habe sie die Zentralregierung aufgefordert, das Ergebnis der Abstimmung von Santa Cruz anzuerkennen. Präsident Evo Morales wehrt sich aber dagegen, dieses rechtlich illegale Referendum abzusegnen, und hat deshalb die Evangelischen Kirchen, insbesondere die EMK, um Hilfe gebeten.

Die EMK in Bolivien ist eine Kirche der Aymara- und Quechua-Ureinwohner, eine Kirche der Armen. Sie zählt rund 8400 Mitglieder und 40 Pfarrpersonen mit rund 460 Laienpredigern und Gemeindeleitenden. Neben Verkündigung und Gemeindebau engagiert sie sich im Erziehungs- und Gesundheitswesen.


Quelle: Andreas Stämpfli / Barbara Streit-Stettler

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